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Einzelblatt aus dem Golestan des Saʿdī

Ident. Nr.: I. 1986.104

ObjID: obj:1525337

Details (Expert)

Beteiligte
Nennung: Saadi (1210(?) - 1292(?)),
Genannt
Datierung
1526 - 1530
Datierung engl.: 1526 - 1530
Weitere Titel
Sammlungstitel: Einzelblatt aus dem Golestan des Saʿdī
Golestān (Rosengarten) des Saʿdī
گلستانِ‎
Übersetzung: Manuscript Page from the Golestan of Saʿdi
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Iran,
Land
Herkunft (Allgemein): Schiras,
Ort
Abmessungen
Höhe: 29,4 cm Blattmaß
Breite: 19,2 cm Blattmaß
Objektmaß: 50,5 x 37 cm Passepartout

Objektbeschreibung

Das Blatt stammt aus einer Kopie des „Rosengarten“ (pers. Golestan) des persischen Dichters Saʿdi (1190-1283 oder 1291), angefertigt in den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts. Der Text wurde 1259 verfasst und zählt zu den populärsten und wichtigsten Werken persischer Literatur mit seinen lehrreichen und moralisierenden Texten in Prosa und Lyrik.

Das Schriftfeld ist umgeben von einer reichen Randmalerei (Illumination), die den unmittelbar bevorstehenden Kampf zwischen einem Drachen und einem Simurgh (einer Art Phönix) zeigt. Der Drache ist hoch in einen Baum geklettert und erwartet mit weit aufgerissenem Maul den Simurgh, der sich aus der Luft auf ihn stürzen wird. Der gebogene Leib des Drachen und die gedrehten langen Schwanzfedern des Simurgh deuten die Dramatik des Geschehens an. Ein Reh und ein Reiher verweisen auf die Lebensräume der beiden Kontrahenten.

Das Motiv von Drache und Simurgh stammt aus China, wo es für Glück, dauerhafte Zufriedenheit sowie den Kaiser und die Kaiserin stand. Ab dem 13. Jahrhundert wurde das Motiv in der islamischen Kunst aufgegriffen und teilweise umgedeutet. Es ist auf zahlreichen Objekten zu finden, auf Teppichen (vgl. smb-digital Drache-Phönix-Teppich), Metall- und Keramikarbeiten und in der Buchkunst. Weitere Blätter des ursprünglichen Manuskriptes befinden sich im Museum für Islamische Kunst.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.