Logo

Ident. Nr.: ANT 30219, 211

ObjID: obj:1525422

Details (Expert)

Datierung
um 1200
Datierung engl.: c. 1200
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Syrien,
Land
Abmessungen
Höhe: 20,7 cm
Durchmesser: 11,6 cm

Objektbeschreibung

Flasche aus frei geblasenem dunkelblauem Glas mit Applikation und Goldbemalung. Auf dem kugeligen gedrungenen Körper sitzt ein schlanker, hoher Hals auf, der in eine ausladende Öffnung mündet. Um den Halsansatz ist ein wellenartig gefalteter Glasfaden aufgelegt, wie er für viele Flaschen dieser Periode charakteristisch ist.
Die breite flache Schulter der Flasche wird von einem Fries mit drei schreitenden Fabelwesen eingenommen, zwischen die vegetabile Elemente gestreut sind. Neben einem Greif sind eine Sphinx und ein Löwe zu erkennen. Ihre Körper sind flächig mit dünner Goldfarbe ausgefüllt, in die eine Binnenzeichnung eingeritzt wurde. Darunter schließt sich ein heute mit bloßem Auge nicht mehr vollständig lesbarer Inschriftenfries an, der von einem schmalen Band umfangen wird.
Die Darstellung von Greifen und Sphingen geht auf antike Vorbilder zurück, ist aber auch unter islamischer Herrschaft auf Gläsern, Textilien und Metallgefäßen beliebt.
Die Flaschenform verweist auf das 11.–13. Jahrhundert in Syrien; Vergleichsbeispiele weisen jedoch keine Goldbemalung auf. Diese ist sonst nur auf Fragmenten erhalten, die nach Syrien lokalisiert und in das 12. Jahrhundert datiert werden können. Im 13. Jahrhundert wurde diese Dekortechnik, bei der Goldfarbe auf die erkaltete Glasoberfläche aufgetragen wurde, durch die farbige Email- und Goldbemalung abgelöst. Diese Flasche ist damit eines der wenigen vollständig erhaltenen Beispiele der kleinen Gruppe der syrischen goldbemalten Gläser des 12. Jahrhunderts.
Die Flasche ist durch Bodenlagerung stark irisiert.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Dschamschid lehrt Schneider und Schmiede

(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Dschamschid lehrt Schneider und Schmiede

Text im Hauptfeld: Firdausi, Schahname, Geschichte von König Dschamschid, der das Handwerk des Schneiders und das des Eisenschmieds lehrt; Text am Rand: aus Maulana Kamal al-din, Divan, Gedichte.Kustode überschnitten.Bild nahezu quadratisch über ganze Hauptfläche und über den Rand nach rechts oben und unten beidseitig des Trenndreiecks ausgeweitet.Miniatur: im Hauptfeld füllt sie schmale Goldleisten-Rahmen ganz aus, am Rand überdeckt sie Rahmen meist. Ein kräftig blauer Himmel, in den sich ein alter Baum gewunden erhebt, kontrastiert mit der hellen, eintönig mit Reihen grüner Grasbüschel besetzten Landschaft und balanciert die überwiegend dunkel gehaltene Gruppe von fünf Männern. Der König sitzt mit angezogenem Knie mit Polster und Kissen hoch auf dreiseitig umschlossenem Thron, dessen Stützen mit Vorhang verdeckt sind und hinter dem sich zwei Höflinge mit Mütze bzw. Turban bereithalten. Er gebietet zwei Handwerkern Einzelheiten ihrer Berufe – Zuschneiden, Hämmern auf dem Amboss mit Lederschürze, daneben die Lehmofen-Esse mit Blasebalg. Himmelsblau abweichend, vermutlich nachträglich übermalt, Gesicht des Königs beschädigt, die übrigen wohl weitgehend ergänzt.Randillumination: in größerem Dreieck symmetrisches Blumen-Arrangement in Gold mit Päonien und Rosette, in kleineren Dreiecken je ein Blatt- und Blumenbouquet gegenständig zur gegenüberliegenden Seite.