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Blick auf das Baumhaus in Hamburg vom Wasser aus

Ident. Nr.: SZ Nerly 6

ObjID: obj:1534332

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Friedrich Nerly (1807 - 1878),
Zeichner*in
Systematik/Art
Provenienz
Ernst Ehlers, Göttingen,
bis 31. Dezember 1925
Nachlass/Vermächtnis: Marianne Ehlers, Göttingen,
31. Dezember 1925 bis 31. März 1935
Nachlass/Vermächtnis: Heinrich Ehlers, Göttingen,
31. März 1935 bis 27. November 1935
Auktion: C.G. Boerner,
27. November 1935 (190. Auktion)
Kauf: Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
November 1935 bis 1992
Überweisung: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin,
seit 1992
Material / Technik
Feder
Abmessungen
Blattmaß: 29,2 x 36,3 cm
Erwerbung
Im November 1935 ersteigert bei C. G. Boerner, Leipzig (Auktion 190, 27.11.1935).

Letzte Aktualisierung: 09.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Rhenen von Westen

Rhenen von Westen

Jacob van Ruisdael gilt als der bedeutendste niederländische Landschaftsmaler, eine Gattung, die in kunsttheoretischen Schriften keinen hohen Rang einnahm.Nur eine weitere Ansicht Rhenens durch van Ruisdael ist erhalten (St. Petersburg); sie zeigt die Stadt aus entgegengesetzter Richtung. Beide müssen auf der Reise nach Bentheim entstanden sein, die der Künstler 1650/1653 unternahm. Das beliebte Motiv des Turmes der Cunera-Kirche als mächtigem, die Landschaft beherrschenden Kennzeichen, wird durch van Ruisdael auf die Spitze getrieben, indem er einen Blickwinkel wählt, der den Baublock der Kirche selbst hinter dem Turm verschwinden läßt, während von dem benachbarten großen Palast, den Friedrich V. von der Pfalz, der sogenannte Winterkönig, sich hier im Exil von Bartholomeus van Bässen hatte bauen lassen, nur die Dächer zu sehen sind. So kann der Kirchturm, in dessen Schatten sich der ganze Ort zu ducken scheint, bei van Ruisdael zum Angelpunkt einer asymmetrischen, aber wohlbalancierten Komposition werden. Dynamik entsteht durch die von links vorn nach rechts hinten schwingende Linie von Weg und Ufer, während die mit großer Leichtigkeit auf das Blatt gesetzten Wolken ein raffiniertes Gegengewicht zu dem aus der Mitte gerückten Turm bilden. (Um so schmerzlicher stört die übergroße Besitzermarke des Zaren.)Typisch für van Ruisdael ist die spürbare Distanziertheit vom Gegenstand, z.B. das Fehlen menschlicher Figuren, die der Darstellung einen Ernst, ja eine Strenge verleiht, die bei anderen holländischen Landschaftern selten zu finden sind.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 222, Kat. IV.75 (mit weiterer Literatur)