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Apostel vom Patroklus-Schrein

Ident. Nr.: 15/61

ObjID: obj:1544188

Details (Expert)

Beteiligte
Meister Sigefridus (1226–1250)
Datierung
um 1313
Weitere Titel
Sammlungstitel: Apostel vom Patroklus-Schrein
Jacobus
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 25,8 x 10 x 9 cm
Gewicht: 751 g

Objektbeschreibung

Die Gebeine des hl. Patroklus, eines Märtyrers aus römischem Patriziergeschlecht, wurden 960 vom Kölner Erzbischof Bruno aus Troyes in der östlichen Champagne erworben und später dem von ihm in Soest gegründeten St. Patrokli-Stift geschenkt. 1311 entschlossen sich Stiftsdekan und Kapitel, die Reliquien des Heiligen in einen neuen Schrein umzubetten, und beauftragten 1313 den Goldschmied Sigefridus mit dessen Ausführung. Es entstand ein hausförmiges Schreingehäuse in der Tradition rheinisch-maasländischer Beispiele des 12. und 13. Jahrhunderts, allerdings in gotischen Architekturformen gestaltet und darin französischen Werken wie dem Schrein des heiligen Taurinus in Evreux vergleichbar. An den Schmal- und Längsseiten fanden sich die Silberstatuetten von Christus, der Muttergottes, des heiligen Patroklus, des ebenfalls heiliggesprochenen Erzbischofs Bruno und der Apostel aufgestellt. Im Jahr 1841 durch König Friedrich Wilhelm IV. durch Ankauf vor dem Einschmelzen gerettet, ging der Schrein beim Brand im Bunker Friedrichshain 1945 offenbar zugrunde. Wenige Figuren konnten geborgen werden, andere wurden durch Diebstahl entwendet und mußten zurückerworben werden. Eine 2003 zurückgekaufte Apostelstatuette von besonderer Qualität zeichnet sich durch eine lebendig gestaltetes Gesicht und fein ausgearbeitete quirlige Locken aus. Dieses ›Meisterstück‹ der Goldschmiedekunst dürfte um 1340 dem von Sigefridus geschaffenen Bestand hinzugefügt worden sein.

H. K.

Letzte Aktualisierung: 08.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)