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Kästchen mit Büsten von Heiligen und Evangelisten

Ident. Nr.: 6113

ObjID: obj:1549060

Details (Expert)

Datierung
6. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Ägypten,
Land/Region
Material / Technik
Holz mit Wachsmalerei
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 10,8 x 11,1 x 11,3 cm
Erwerbung
1891 von Franz Bock aus Burtscheid zusammen mit der Nr. ÄM 11326 für 325 Mark gekauft; Akt.-Nr.: act. 1505/91. Accession 17 de 1891; 1905 von der Ägyptischen Abteilung überwiesen.

Objektbeschreibung

Das Kästchen hatte ursprünglich kleine Füße, die Kanten waren mit rotem Leder bezogen, die Malereien mit heißen Wachsfarben aufgetragen. Auf dem Deckelspiegel ist in einem Medaillon das Brustbild des jugendlichen Christus mit halblangem lockigen Haar wiedergegeben. Christus trägt purpurfarbene Gewänder und hält in der Linken ein Evangelienbuch. Ein gelb und rot konturierter Kreuznimbus umgibt sein Haupt. Beiderseits im blaugrünen Grund die Beischrift Soter (Erlöser). Das Medaillonbildnis wird von konzentrischen farbigen Kreisen gerahmt, die Zwickel sind mit Akanthuspalmetten gefüllt. Ein umlaufendes Wellenband mit Punktfüllung ziert die Außenseiten des Deckels. Die Vorderseite des Kästchens weist zwei Bohrungen für den Verschluss auf. Die Seitenwände sind jeweils mit zwei konzentrisch gerahmten Medaillons und Punkten geschmückt. Sie enthalten Brustbilder von Heiligen und Engeln: Auf der Vorderseite, durch Namensbeischriften bezeichnet, links Phaustos und rechts Kosmas; an der hinteren Seite Lukas und Thomas. An den beiden Außenseiten Engel. Die ursprüngliche Zweckbestimmung des Behältnisses ist unbekannt.

Letzte Aktualisierung: 10.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)