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Initiale H(odie), Geburt Christi, Antiphonarium Officii, Fragment

Ident. Nr.: Min 30495

ObjID: obj:1552920

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Unbekannt,
Maler*in
Datierung
Herstellung: 2. Viertel 14. Jahrhundert
Material / Technik
Deckfarben auf Pergament
Abmessungen
Höhe x Breite: 25,9 x 22,5 cm

Objektbeschreibung

Fünf große, bisher unpublizierte Initialen aus einem Chorbuch waren für den Händler oder Sammler, der sie vermutlich im 19. Jahrhundert ausgeschnitten hat, offensichtlich nur von dekorativem Interesse. Keine Spur des zugehörigen Textes sollte den Eindruck trüben. (...) Glücklicherweise sind auf den Rückseiten der Fragmente Reste der sorgfältig geschriebenen Texte und der Quadratnotation auf Vierliniensystemen erhalten. Es handelt sich in allen Fällen um Responsorien zu den wichtigen Festen im Laufe des Kirchenjahres.
Der heute wohl verlorene Codex, aus dem sie stammen, war demnach ein Antiphonarium officii. Wie üblich, wurde das erste Responsorium
zum ersten Adventssonntag durch eine A(spiciens)-Initiale, hier mit goldenen Ranken, hervorgehoben (vgl. Kat. 13). (...) Das H(odie) zu Epiphanias ist Tummelplatz für Fabelwesen, Wasservögel und zwei Hirsche in symmetrisch angeordneten Medaillons. Die Bilder haben keinen Bezug zum Responsorium, in dem die Taufe Jesu memoriert wird. Unklar bleibt auch, ob der gegen einen Drachen kämpfende hl. Georg in der Weihnachtsinitiale als Hinweis auf ein Patrozinium des Bestimmungsortes gewertet werden darf.

Text: Beate Braun-Niehr, in: Schrift als Bild, hg. von Michael Roth, Petersberg, 2010, S. 30, Kat. 14 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)