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Ärmelborte mit figürlicher Darstellung

Ident. Nr.: 9905

ObjID: obj:1554939

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 7./8. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Ägypten,
Land/Region
Abmessungen
Höhe x Breite: 13 x 28,5 cm

Objektbeschreibung

Die Ärmelborte ist in fünf Bildfelder unterteilt, die oben und unten von einer dreistreifigen Randzone mit stilisierten gereihten Knospen in der mittleren Bahn und verschiedenfarbigen Stäbchen außen eingefasst sind. Das senkrechte, seitlich durch Schlaufenbänder abgeteilte Mittelfeld zeigt ein zentrales, hell eingerahmtes Medaillon, in dem zwei stilisierte Figuren einander gegenüber stehen. Die linke trägt ein dunkles, die rechte ein helles Gewand, das jeweils auch den Kopf umhüllt. Dieses Detail spricht dafür, dass es sich bei den Dargestellten um Frauen handelt. Zwischen ihnen ist ein Kandelabermotiv zu erkennen. Verhüllte und einander zugewandte Frauengestalten lassen sich mit der biblischen Szene der Heimsuchung - Marias Besuch bei der schwangeren Elisabeth - in Einklang bringen. Allerdings stört in diesem Fall das zwischen sie gestellte Kandelabermotiv. In den Zwickeln rund um das Medaillon erkennt man unförmige Vogelgestalten.
Die durch eine dicke horizontale Linie unterteilten Seitenfelder zeigen in symmetrischer Anordnung je zwei sich gegenüberstehende Figuren. Zwischen ihren Köpfen befindet sich ein heller, nicht bestimmbarer Gegegenstand.
Die Figurenpaare im zentralen Medaillon und in den horizontalen Bildfeldern begegnen in ähnlicher Darstellungsweise auf mehreren Ärmelborten und anderen Besätzen. Aber nur selten ist eine konkrete Deutung möglich. Welchem erzählerischen Kontext die Figuren auf der Ärmelborte entstammen, kann wegen fehlender Anhaltspunkte nicht entschieden werden.

(Cäcilia Fluck 2008)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM