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Arabisches Papier mit einem Brief

Ident. Nr.: P 8159

ObjID: obj:1560469

Details (Expert)

Beteiligte
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
Arabische Zeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Arabisches Papier mit einem Brief
Übersetzung: Arabic paper with a letter
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 21,5 x 9,3 cm

Objektbeschreibung

Recto: Der obere Teile des Briefes wurde leider vom Rest abgetrennt, so dass der Beginn des Schriftstückes fehlt. Dennoch ist zu sagen, dass das Dokument anscheinend einen christlichen Hintergrund hat, da der Absender dem Adressaten mitteilt, dass er aufgrund seines Zustands (حالي) nicht die Rückreise in Kloster antreten konnte (على المسير إلى الدير). Außerdem berichtet er, dass der Šayḫ eingetroffen ist (حضر الشيخ). Der Brief endet mit dem ʾIstiṯnāʾ, der Ḥamdala und Taṣlīya. Er wurde für ein Dokument auf Verso wiederverwendet.
Verso: In der oberen linken Ecke des Dokuments steht eine ʿalāma, die wie üblich die Form einer Ḥamdala hat (الحمد لله على نعمائه). Schräg darüber steht ein Wort für sich allein in einer anderen Handschrift, das man heute mit zwei Pförtnern übersetzen würde (بوابان). Im Dokument wird die fayyūmische Ortschaft Bulǧusūq erwähnt. Abgeschlossen wird das Schreiben mit dem ʾIstiṯnāʾ und dem Datum, wobei nur der Mittwoch als Wochentag angegeben wird (كتب يوم الأربعاء). Die Form des Schreibens deutet auf eine offizielle Order hin.
A. Kamal, S. Metz

Diese Dokumentation ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes der Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA). AGYA wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Siehe www.agya.info.de

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper