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Kopf eines aufwärtsblickenden jungen Mannes

Ident. Nr.: KdZ 4231

ObjID: obj:1561988

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Lucas van Leyden (1494-1533),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: o.J.
Provenienz
Eugène Rodrigues (1853-1928),
1901
Material / Technik
Silberstift
Abmessungen
Blattmaß: 19,0 x 15,1 cm

Objektbeschreibung

Das überlieferte zeichnerische Werk des Lucas van Leyden ist - verglichen mit demjenigen seines Zeitgenossen Albrecht Dürer - ausgesprochen klein; keine 30 Blatt sind bekanntgeworden. Die nach dem Modell gezeichnete Silberstiftstudie eines aufwärtsblickenden jungen Mannes gilt als die früheste Arbeit, um 1507 entstanden. Mit kritzligen, unsystematischen Strichen versuchte der noch jugendliche Künstler, das Wechselspiel von Licht und Schatten am Hals und auf dem in starker Verkürzung gezeigten Gesicht zu erfassen. Schon meisterhaft sind Mund- und Augenpartien, der Haarschopf hinter dem rechten Ohr wiedergegeben. Vergleichbare kantige, wie geschnitzt wirkende Köpfe findet man auch auf frühen Stichen und Gemälden des Meisters, was zu der überzeugenden Zuschreibung der Berliner Zeichnung an ihn geführt hat. Kopfwendung und Blickrichtung des Dargestellten könnten an eine Studie für einen zum Kreuz aufschauenden Johannes denken lassen.
Lucas van Leyden, tätig in Leiden als Maler, Stecher und Zeichner für den Holzschnitt, ist einer der bedeutendsten niederländischen Künstler zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Er reiste im Gegensatz zu vielen seiner zeitgenössischen Kollegen nicht nach Italien, lernte den Stil der italienischen Hochrenaissance aber durch Stiche (Marcanton Raimondi) kennen. Sein Ruhm als Stecher war noch im 17. Jahrhundert ungemein groß, als Rembrandt sich mit seinem Werk auseinandersetzte.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 173f., Kat. IV.8 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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