Logo

Demotisches Ostrakon mit einem Tempeleid: Nachweis ordnungsgemäßer Weizenrückgabe

Ident. Nr.: P 786

ObjID: obj:1566049

Details (Expert)

Beteiligte
Adolf Erman (1899),
Käufer*in
Datierung
Ptolemaios XII. Neos Dionysos (Ptolemäerzeit -> Griechisch–Römische Zeit -> Ägypten)
Abweichende Datierung: Augustus (Oktavian) (Römische Kaiserzeit -> Griechisch–Römische Zeit -> Ägypten)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Demotisches Ostrakon mit einem Tempeleid: Nachweis ordnungsgemäßer Weizenrückgabe
Übersetzung: Demotic ostracon with a temple oath: Proof of proper wheat return
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Erment
Erwerbungsort: Karnak
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 12,7 x 9,8 x 0,4 cm

Objektbeschreibung

Auf diesem Ostrakon ist ein demotischer Tempeleid notiert. Es handelt sich dabei nicht um einen kultischen Text, sondern um eine juristische Prozessurkunde, die ein doppeltes Urteil je nach Entscheidung des Beklagten enthält. Letzterer ist hier Poregebtis, Sohn des Herieus. Er soll im Tempel vor dem Gott Month einen Eid leisten, um sich damit gegenüber Harsiesis, Sohn des Amenophis zu verpflichten, Er soll bestätigen, dass er dem Harsiesis eine Lieferung von Getreide komplett bezahlt hat. Sofern er den Eid nicht leistet, kommt das gegenteilige Urteil zum Tragen: Er muss das Getreide wieder herausgeben.
J. Moje

Letzte Aktualisierung: 16.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper