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Allegorie des Sehens

Ident. Nr.: KdZ 2678

ObjID: obj:1572043

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Hendrick Goltzius (1558 - 1617),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1586
Abmessungen
Blattmaß: 24,5 x 17,4 cm

Objektbeschreibung

Die Zeichnung diente als Vorlage für Blatt 1 einer von Nicolaes Clock und Cornelis Drebbel gestochenen Folge der fünf Sinne. Die Stichserie entstand 1596, aus stilistischen Gründen sind die Vorzeichnungen von Goltzius jedoch um 1586 zu datieren. Mit ihren überzogenen Körperproportionen und den gespreizten Bewegungen sind sie charakteristische Beispiele für den von dem Prager Hofkünstler Bartholomäus Spranger beeinflußten holländischen Manierismus um 1590. Die eingezeichneten Zirkelschläge oben und unten deuten an, daß Goltzius zunächst wohl eine Serie in rundem Format geplant hatte.
Darstellungen der fünf Sinne waren im 16. und 17. Jahrhundert sehr beliebt. Sie wurden in allegorischer Form als junge Frauen mit den entsprechenden Attributen oder in Genreszenen eingekleidet wiedergegeben. So konnte ein Raucher den »Geruch« versinnbildlichen. Im Falle der vorliegenden Zeichnung verweisen der Spiegel und der scharfsinnige Adler auf das»Sehen«.
Hendrick Goltzius, seit 1583 in der aufstrebenden holländischen Stadt Haarlem als Stecher, Zeichner und Maler tätig, bildete dort mit dem Maler Cornelis Cornelisz. und dem Kunstschriftsteller Karel van Mander eine sogenannte Akademie. Den manieristischen Spranger-Stil milderte er nach seiner Italienreise 1590-91 ab. Er war schon zu Lebzeiten berühmt und gilt als ein Wegbereiter der holländischen Kunst des 17. Jahrhunderts.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 188, Kat. IV.28 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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