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Bergige Landschaft mit Baum und Bach, vorn ein Mann mit Esel und Hund

Ident. Nr.: KdZ 16560

ObjID: obj:1572255

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Nicolaes Berchem (1621/22 - 1683),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: o. J.
Material / Technik
Schwarze Kreide, leicht getuscht
Abmessungen
Blattmaß: 49,8 x 39,3 cm

Objektbeschreibung

Während der Mann mit dem großen Schlapphut das Ufer erreicht und aus der Schattenzone des vordersten Vordergrundes ins helle Licht tritt, sind der Hund und das beladene Maultier bereits auf dem Weg, der von der Furt vorn in die Tiefe und dann nach links aus dem Bild führt. Die rechte Bildhälfte wird ganz von zwei Becken des Flußlaufs eingenommen, jenseits derer das Gemälde bis zu den Bergen der Ferne völlig unwegsam scheint. Beherrschend ragt der junge Eichbaum vom Weg bis weit über die Mitte des Bildes hinüber und bis zum oberen Rand hinauf. Die Meisterschaft des Blattes, dessen Komposition mit Wasserlauf, Weg, Staffage, Fernblick und Mittelmotiv durchaus konventionelle Mittel verwendet, liegt in der Ausgewogenheit und der bildmäßigen Durchführung der ganzen Fläche. Diese Durchführung, die mit schwarzer Kreide, der durch verschiedenstarke Grautöne und durch Weißhöhung Akzente verliehen sind, fast den Eindruck von Farbigkeit hervorruft, sowie der bildmäßige Anspruch auch im Format sind selten in Berchems Werk, das Ergebnis aber völlig typisch. Von den später vorherrschenden klassizistischen Stilmerkmalen ist in unserer Zeichnung noch nichts zu spüren, was eine relativ frühere Datierung um 1660 nahelegt.
Das bedeutende, bisher wenig beachtete Blatt gibt einen guten Eindruck auch von der Malerei Berchems, die immer wieder bäuerliche Beschäftigungen in der Sonne und Landschaft Italiens zum Thema hat. Eigenartigerweise ist eine Italienreise Berchems dennoch durch kein Dokument gesichert. Wie Albert Cuyp, der goldenes Licht über seine holländischen Landschaften breitet, könnte auch Berchem seine Kenntnis des Südens vom Werk anderer Künstler seiner Generation wie vor allem Jan Both, Adam Pijnacker und Jan Asselyn gewonnen haben, mit denen seine Zeichnungen bisweilen verwechselbar sind.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 229, Kat. IV.84 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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