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Knabe mit Hut in einer Haustür

Ident. Nr.: KdZ 11974

ObjID: obj:1572371

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Samuel van Hoogstraten (1627-1678),
Zeichner*in
frühere Zuschreibung: Cornelis Ploos van Amstel (1726-1798),
Zeichner*in
frühere Zuschreibung: Rembrandt Harmensz van Rijn (1606 - 1669),
Zeichner*in
Unbekannt,
Papierherstellung
Datierung
Herstellung: 1645-1650
Provenienz
Cornelis Ploos van Amstel (1726-1798),
1800
Auktion van der Schley, Yver, de Bosch (Cornelis Ploos van Amstel),
3.3.1800
Dirk Versteegh (1751-1822),
1800-1822
Auktion de Vries, Engelberts, Brondgeest, Roos (Dirk Versteegh),
3.-6.11.1823
Kauf: Hulswit (lt. Aukt.-Kat. Versteegh, Jan Hulswit bereits 1822 gestorben),
ab 6.11.1823
Thomas Lawrence (1769-1830),
157384
William Esdaile (1758-1837),
317321
Johann Goll van Franckenstein (1722-1785),
bis 1833
Auktion Brondgeest, Roos, de Vries, Engelberts (Johann Goll van Franckenstein),
1.-6.7.1833
Kauf: Samuel Woodburn (1783-1853),
ab 6.7.1833
Auktion Roos, Engelberts, de Vries (Hendrik van Cranenburgh),
26.10.1858 und folgende Tage
Emile-Louis Galichon (1829-1875),
1875
Auktion Drouot (Emile-Louis Galichon),
10.-14.5.1875
Abmessungen
Blattmaß: 23,7 x 18,7 cm
Erwerbung
Im Mai 1875 auf der Auktion der Sammlung Emile-Louis Galichon im Hôtel Drouot, Paris, durch Amsler & Ruthardt für das Kupferstichkabinett Berlin erworben

Letzte Aktualisierung: 27.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Der Abstieg zur Hölle, wo Christus nach dem Kreuzestod und vor der Auferstehung die Gerechten - angefangen von Adam und Eva bis hin zu Johannes dem Täufer - aus der Gewalt Satans befreite, wird im apokryphen Nikodemus-Evangelium erwähnt. Das Thema war im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Mantegna könnte Anregungen von einem kleinen Bild seines Schwiegervaters Jacopo Bellini (Padua, Museo Civico) und von einem Bronzerelief Donatellos erhalten haben (Florenz, San Lorenzo). Unter den Zeichnungen des Kabinetts befindet sich noch eine exakte Wiederholung der Christusfigur, die auf einer um 1490/92 entstanden Gemäldeversion Mantegnas erscheint (KdZ 622; Kat. [Andrea Mantegna, London / New York 1992], Nr. 71, Farbabb.).Die Auseinandersetzung mit der Mantegna-Graphik ist von ständig wechselnden Zu- und Abschreibungen geprägt und in vielen Punkten noch klärungsbedürftig. Erst kürzlich wurden aus Anlaß der Londoner Ausstellung wieder zwei völlig divergierende Meinungen vertreten. Während Suzanne Boorsch vermutet, das gesamte Œuvre sei nur unter der Aufsicht des Meisters entstanden (ebd., S. 56ff.), verzeichnet der von David Landau erstellte Katalog sieben eigenhändige Werke und vier Attributionen. Unter den letzten wird auch der »Abstieg in die Hölle« aufgeführt. Die Argumente für eine Zuschreibung des Stichs an Mantegna überwiegen. So weicht die Komposition nur in wenigen, aber doch wichtigen Details von der Vorzeichnung in der École des Beaux-Arts zu Paris ab, einem unbestrittenen Autograph (ebd., Nr. 66, Farbabb.). Veränderungen und Zusätze wären einem rein reproduzierenden Graveur nicht erlaubt gewesen. Gewichtiger als dies ist aber der unvollendete Zustand der Platte, die nur in den zentralen Partien und auch hier ohne feine Tonnuancen durchgearbeitet ist, welche ein Stecher zum Schluß hinzufügen würde. Ein solches Nonfinito war wohl kaum für den Markt gedacht. Es ist Resultat des künstlerischen Experiments. Dieser Neugier mag ebenfalls verdankt werden, daß das Berliner Blatt in brauner Farbe abgezogen ist, welche die koloristischen Effekte der Federzeichnung imitiert (ein gleichartiger Abzug in London; Hind [Catalogue of Early Italian Engraving, London] 1910,S. 347, Nr. 5a).Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 252-253, Kat. V.10 (mit weiterer Literatur)