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Reisewagen

Ident. Nr.: KdZ 3849

ObjID: obj:1572379

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Willem Pietersz. Buytewech (1591/92 - 1624),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1622
Provenienz
Nachlass W. A. Blenz (- 1844),
1844
Abmessungen
Blattmaß: 15,8 x 15,1 cm

Objektbeschreibung

Willem Buytewech, zu Lebzeiten mit dem passenden Spitznamen „Geestige Willem“ (geistreicher Willem) bedacht, wird auch in dieser schönen Zeichnung seinem Ruf gerecht, die Gegenstände minutiös, doch mit einer geschmeidigen Feder äußerst lebendig zu erfassen. Langweilig ist das Blatt nicht! Wiedergegeben ist ein zweiachsiger Reisewagen mit ledernem, auf dünnen Stützen sitzendem Dach. Die Karosserie ruht, um gut gefedert zu sein, auf ledernen Riemen. Seitlich konnte sie mit Gardinen und zusätzlich mit Lederplanen, die hochgerollt sind, verschlossen werden. Vorn kann man das bewegliche Ortscheit und die beiden an Ketten angehängten Spielwaagen zum Anschirren der Pferde erkennen. Derartige Reisekutschen kamen zu Buytewechs Zeit, in den zwanziger Jahren in Hollands Goldenem Jahrhundert, noch sehr selten vor. Es waren Luxusgefährte, die hohen Personen vorbehalten waren. Eine Zeichnung des flämischen Zeitgenossen Jan Brueghel d. Ä. zeigt vornehme Menschen mit einem vergleichbaren Reisewagen. Hier sind die seitlichen Planen heruntergelassen.

Text: Holm Bevers, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 50

Willem Buytewech, who was given the fitting nickname “Geestige Willem” (Witty Willem) during his lifetime, does justice to his reputation with this lovely drawing, where the objects are captured in a detailed and highly vital way with a supple use of the pen. This drawing is anything but boring! It depicts a two-axle coach with a leather roof on thin supports. The carriage rests on leather straps to offer good cushioning. On the sides, the windows could be closed with curtains and sheets of leather that are rolled up. In the front, we see the mobile whiffletree and the two splinterbars hanging from chains to harness the horses. Coaches like this one were still quite rare in Buytewech’s time, the 1620s, during Holland’s golden century: they were luxury transportation reserved for people of high rank. A drawing by the Flemish contemporary Jan Brueghel the Elder shows genteel figures sitting in a similar coach. Here, the shades have been drawn.

Text: Holm Bevers, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 50

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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