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Kavalier und Dame im Gespräch

Ident. Nr.: KdZ 4295

ObjID: obj:1572386

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Willem Pietersz. Buytewech (1591/92 - 1624),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1615
Provenienz
John Charles Robinson (1824-1913),
160001
P. & D. Colnaghi & Co.,
bis 1902
Material / Technik
Feder in Braun, laviert
Abmessungen
Blattmaß: 18,8 x 12,9 cm
Erwerbung
1902 bei P. & D. Colnaghi, London, angekauft

Objektbeschreibung

Von dem jung gestorbenen Buytewech sind nicht nur hervorragende Landschaftskompositionen erhalten, sondern er zählt auch zu den bedeutendsten frühen Genremalern – ein Wegbereiter des Goldenen Jahrhunderts.
Der Eindruck frischer Beobachtung, den die Darstellung unseres jungen Paares ausstrahlt, trügt. Ein Blatt in der Sammlung Lugt (Inv. 3476) zeigt ein in Haltungen und Kleidung fast identisches Paar, doch kommt das Licht von der anderen Seite. Es handelt sich also um Figurenerfindungen »uyt den gheest«, was damals höher angesehen war, als dem Augeneindruck treu zu folgen. In der Tat hat Buytewech eine große Menge von Paaren dieser Art erfunden. Einige wurden von Jan van de Velde zu einer gedruckten Serie von Kostümfiguren vereinigt, so daß die Entstehung unseres Blattes in Buytewechs Haarlemer Zeit angenommen werden kann.
Diese gezeichneten Paare und Einzelfiguren sind bisweilen recht krasse Karikaturen – eine Neuheit, deren nächster Vergleich sich im Bologneser Umkreis der Carracci findet. Zwei Blätter Buytewechs aus dem Besitz Ludwigs XIV. sind daher auch lange Zeit für Werke dieser Schule gehalten worden. Auch die Schilderung unseres Paares geschieht mit einer gewissen ironischen Distanz. Diese zielt offenbar besonders auf ihren modebewußten Habitus, dem doch andererseits auch die ganze Aufmerksamkeit des Zeichners gilt.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 204f., Kat. IV.51 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)