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Seestrand mit Segelbooten bei stürmischer See

Ident. Nr.: KdZ 724

ObjID: obj:1582173

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Jan Brueghel (der Ältere) (1568 - 1625),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1.12.1614
Provenienz
Cornelis Ploos van Amstel (1726-1798),
938280
Jacob de Vos Jacobszoon (1803-1882),
404421
Dirk Vis Blokhuyzen und Ignatius F. X. M. H. Ellinckhuysen,
bis 1878
Auktion Frederik Muller & Cie. und C. M. van Gogh (I. F. X. M. H. Ellinckhuysen),
18.-20.11.1878
Abmessungen
Blattmaß: 19,5 x 30,2 cm
Wasserzeichenmaß: 57 x 54 mm
Erwerbung
Zwischen 18. und 20.11.1878 auf der Auktion Frederik Muller & Cie. und C. M. van Gogh (Sammlung I. F. X. M. H. Ellinckhuysen) durch Vermittlung von Eugen Müller, Berlin, angekauft, 1879 inventarisiert

Objektbeschreibung

Das zeichnerische Werk Jan Brueghels d. Ä. umfaßt in erster Linie eigenständige, wohl für den Verkauf bestimmte Landschaften, »die wie kleine Gemälde in sich vollendet sind«, wie der Sammler und Kunsthändler Pierre-Jean Mariette 1741 bemerkte. Die Strandansicht mit den vom stürmischen Wind zerzausten Gestalten, eigenhändig signiert und 1614 datiert, zählt zu den bemerkenswertesten Blättern des Künstlers. Mit der braunen Feder zeichnete er in die noch feuchten Pinsellavierungen, weshalb die Tinte – auch bei der Beschriftung – verlief. Brueghel scheint diesen Kunstgriff bewußt getan zu haben, um den atmosphärischen Eindruck von feuchter Meeresluft wiederzugeben.
Jan Brueghel, Sohn des großen Pieter Bruegel d. Ä., war von 1590 bis 1596 in Italien tätig, danach in Antwerpen, wo er u. a. mit seinem Freund Peter Paul Rubens zusammenarbeitete. Als Maler von Landschaften, Blumenstilleben und Historienbildern war er schon zu Lebzeiten berühmt.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 196, Kat. IV.39 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Zwei mehrwöchige Salzburger Aufenthalte wurden für Ferdinand Olivier in den Jahren 1815 und 1817 zum künstlerischen Schlüsselerlebnis. Wie auch die anderen deutschen Maler seines Wiener Umkreises, die in diesen Jahren die Landschaft des Salzkammergutes entdeckten, fand er hier zu seiner gültigen Landschaftsauffassung. In zahlreichen, zum Teil erst nach seiner Rückkehr in Wien ausgeführten Blättern verbindet er die Motive der Stadt und der Bergwelt zu kunstvollen Kompositionen, Höhepunkte seiner Zeichenkunst.Schon beim ersten Aufenthalt faszinierte ihn der Petersfriedhof, häufiges Motiv bei der romantischen Entdeckung Salzburgs. Er stellte ihn mehrfach in ganz verschiedenen Jahr 1816 datiert eine Bleistiftzeichnung von seiner Hand (Kupferstichkabinett, Dresden; Ludwig Grote: Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik, Berlin 1938, Abb. 136), die er mit geringen Unterschieden zweimal wiederholt: durch eine Bleistift- und Rötelzeichnung (Staatliche Galerie, Dessau) und die vorliegende Federzeichnung. Sie wird als unmittelbare Vorarbeit für die Lithographie des Sonnabend-Blattes der Folge »Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden, geordnet nach sieben Tagen der Woche« gedient haben (vgl. Grote 1938, Abb. 137). Die Resonanz, die seine Zeichnungen von Salzburg und Folge von Lithographien in Wien auszuführen. Sie erschien 1823. Die Ansicht zeigt den Petersfriedhof mit dem Blick auf die frühbarocke Arkaden-Reihe und die sich darüber erhebende Nagelfluh-Wand zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit der Maximin- und Gertrauden-Kapelle sowie den frühchristlichen Katakomben. Rechts erhebt sich die spätgotische Margarethen-Kapelle. Der Friedhof mit seinen Gräbern und Kreuzen, die Kapellen, schließlich der Begräbniszug im Hintergrund entlang der Arkaden: das alles sind neben der Freude am Motiv auch Aufforderungen des romantischen Künstlers, der Vergänglichkeit des Menschen stets gegenwärtig zu sein.Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 369, Nr. VII.15 (mit weiterer Literatur)