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Borte von einer Tunika oder einem KleidT

Ident. Nr.: 10031

ObjID: obj:1584921

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 6./9. Jahrhundert
Abmessungen
Länge x Breite: 40,5 x 2 cm
Erwerbung
1886 von Georg Schweinfurth in Krokodilopolis (Arsinoe) geborgen, vermutlich 1887 von ihm an die Ägyptische Abteilung der Königlichen Museen zu Berlin üübergeben und 1934/1935 zusammen mit anderen Textilien seiner Sammlung der Altchirstlich-Byzantinischen Sammlung (heute Museum für Byzantinische Kunst) übertragen und nachträglich inventarisiert

Objektbeschreibung

Die vollständig erhaltene, schwarzblaue Borte ist in Brettchenweberei hergestellt. Wie alle bisher aus dem frühbyzantinischen bis früh-islamzeitlichen Ägypten bekannten Borten in dieser Technik war sie wohl ehemals Besatz eines Kleides oder einer Tunika. Von der Befestigung der Borte stammen Nahtreste an den Längsseiten mit teilweise längeren losen Nähfadenenden. Beide Schmalseiten waren zur Versäuberung nach hinten eingeschlagen. Die Borte ist sehr lang und schmal: Falten bezeugen, dass sie ehemals gebogen oder umgebrochen und doppelt gelegt war.
Das Muster zeigt auf schwarzblauem Grund abwechselnd eine Raute und eine Rosette mit verschiedenfarbigen Füllungen. An den Längsseiten verlaufen jeweils zwei farbige Randlinien.

PL (2010)

Letzte Aktualisierung: 28.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Heiliger König

Heiliger König

Bei der lebensgroßen Standfigur handelt sich um den zweiten König der Anbetung nach dem sogenannten französischen Schauspieltyp. Bei diesem kniet der ältere, hier nicht erhaltene König vor Maria, hat den Hut bzw. die Krone neben sich abgelegt und bietet dem Kind sein Geschenk dar, während sich der zweite im mittleren Alter zu dem außen stehenden jungen zurückwendet und erläuternd auf den Stern weist, der den Ort der Geburt Christi bezeichnet. Dabei befinden sich alle drei Könige auf einer Seite, in der Regel links von Maria. Diese szenische Darstellungsweise hatte sich spätestens im 13. Jahrhunderts möglicherweise als Reflex auf den dramaturgischen Ablauf des Dreikönigsspiels entwickelt, wie er sich in Frankreich seit dem 11. Jahrhundert nachweisen lässt. Für die monumentalen Gruppen des 14. Jahrhunderts scheint sie kanonisch gewesen zu sein.In dem von kräftig gelocktem, fast wildem Bart- und Haupthaar gerahmten Gesicht zeigt sich eine innere Aufgewühltheit, die Brauen treten deutlich hervor, die Lippen sind zur Rede geöffnet, die er an den dritten König wendet. Er spricht die Worte „Hoc signum magni regis“ („Dies ist das Zeichen des großen Königs“), wie es für die mittelalterlichen Spiele überliefert ist. Sind die bisher beschriebenen Gesten und die Mimik auf das Erkennen des Sterns von Bethlehem ausgerichtet, darf die Art, wie die rechte Hand nicht direkt, sondern ehrerbietig unter dem Mantel das Gefäß hält, als Vorbereitung auf die Darbietung des Weihrauchs angesehen werden. Im nächsten Moment wird sich der zweite König vom Stern weg zum Kind im Schoß der Muttergottes wenden, um niederzuknien und ihm das Geschenk zu überreichen.Wahrscheinlich stand die Figur als Teil einer mehrfigurigen Anbetung der Könige an bzw. über den Pfeilern im Langhaus oder im Chor bzw. in einer Kapelle, wo im Abstand von jeweils einem Joch bzw. einer Fensterachse Skulpturen vor die Gewölbedienste gestellt werden konnten. Beide Varianten können für die Oberzeller Klosterkirche nicht ausgeschlossen werden. Dort ist ein Dreikönigszyklus mit Marienfigur im Chor durchaus vorstellbar, der Hochaltar war Maria und Michael geweiht, die Muttergottes Schutzpatronin des Prämonstratenserordens. Historische Gründe lassen die vage Vermutung zu, dass um die Mitte des 14. Jahrhunderts, also in der Zeit, als die Dreikönigsgruppe entstand, der Chor erweitert wurde. Zieht man nun die mit großer Wahrscheinlichkeit zugehörige Maria im Mainfränkischen Museum Würzburg hinzu, so verdichten sich die Argumente für eine Aufstellung im Chor. Die Figur stimmt in den Maßen (H. 177,5 cm), Bewegungen und stilistisch sehr genau mit den Königen überein. Sie wurde 1904 bei der Wiedererrichtung der gefunden. Ihre majestätische Würde markiert ein kultisches Zentrum der Gruppe, auf das sich die emotionalisierte Reaktion der Könige als narratives Element bezieht und es ist gut vorstellbar, dass die Marienfigur in Nähe des Hochaltars an der östlichen Chorwand gestanden hat, die Könige an der Nordwand.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)