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Fragment eines Tuches mit einfachen Randstreifen

Ident. Nr.: 10034

ObjID: obj:1584941

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 4./8. Jahrhundert
Systematik/Art
Abmessungen
Höhe x Breite: 15 x 22,5 cm
Erwerbung
1886 von Georg Schweinfurth in Arsinoe ausgegraben, wahrscheinlich 1934/1935 mit anderen Textilien aus der Sammlung Schweinfurht von der Ägyptischen Abteilung (heute Ägyptisches Museum und Papyrussammlung) übertragen und nachträglich inventarisiert

Objektbeschreibung

Der Grund des wollenen Gewebefragmentes aus der Randpartie eines Tuches ist aus melierten Fäden gewebt: hierzu wurden naturbraune Fasern in verschiedenen, hellen und dunklen Farbtönen miteinander versponnen. An der erhaltenen Gewebekante wurden die Kettfadenenden entlang der Kante diagonal verflochten, um die Fadenenden zu sichern und gleichzeitig das Gewebe dekorativ abzuschließen. Die Kante wird von einem schmalen rotbraunen Streifen begleitet.
Mit wenigen Zentimetern Abstand verläuft parallel zum Rand ein breiter rotbrauner Streifen, der an den Längsseiten mit hellen Linien eingefasst ist. Das Einweben von Streifen ist die einfachste Art, einen Stoff zu verzieren, wird doch nur die Farbe des Schussfadens gewechselt. Die Schussfäden müssen dann wie beim vorliegenden Stück dicht eingetragen werden, um die andersfarbige Kette zu verdecken. Hierdurch bekommt das Gewebe eine Rippenstruktur in Kettrichtung.
Einfache Randstreifen und geflochtene Randabschlüsse finden sich sowohl an Tuniken als auch an Tüchern. Da das vorliegende Fragment keine Nähte aufweist, handelt es sich wahrscheinlich um ein Tuch mit einfachen Randstreifen, wie sie zahlreich aus Arsinoe/Krokodilopolis, der Hauptstadt der Oase Faijum in Mittelägypten, erhalten sind. Dieses Tuch könnte als Manteltuch zur Bekleidung, aber auch als Decke im häuslichen Bereich gedient haben.

Text von P. Linscheid (2010), bearbeitet von C. Fluck (2017)

Letzte Aktualisierung: 28.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM