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Fragment eines Ärmels

Ident. Nr.: 6/2010

ObjID: obj:1585049

Details (Expert)

Datierung
7.-9. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe x Breite: 9 x 13,5 cm
Erwerbung
1886 von Georg Schweinfurth in Krokodilopolis (Arsinoe) geborgen, 1887 von ihm an die Ägyptische Abteilung der Königlichen Museen zu Berlin übergeben, 1934/1935 an die Altchristlich-Byzantinische Sammlung (heute Museum für Byzantinische Kunst) übertragen

Objektbeschreibung

Obwohl nur die untere, waagerechte Kante erhalten ist und die Seitenkanten und obere Kante ausgerissen sind, ist das Fragment wegen seiner Verzierung als Ärmelabschluss zu erkennen: Das Ärmelfragment ist mit zwei verschiedenen Ärmelstreifen verziert, wobei der obere verdoppelt ist. Der Doppelstreifen besteht aus einfachen roten Bahnen, die an den Längsseiten mit dem Motiv des sogenannten „laufenden Hundes“, einer Folge seitwärts gebogener Spitzen, eingefasst sind. Die untere, dunkelblaue Borte zeigt in hell eine Rosette und ein Sternenmotiv. Zwischengestellte halbierte Motive an den Längsseiten täuschen einen Ausschnitt aus einem fortlaufenden Muster vor.
Der „laufende Hund“ des Doppelstreifens ist nicht bis zum Rand fortgesetzt; vermutlich blieben diese Abschnitte unverziert, weil sie beim zusammengenähten Ärmel nicht sichtbar auf der Innenseite des Ärmels lagen. Ob der Ärmel hierbei durch seitlichen Einschlag verschmälert wurde, lässt sich nicht mehr feststellen.
Der im zusammengenähten Zustand maximal 7 cm breite Ärmel kann nur zu einer Kindertunika gehört haben.

Parallelen: Eine vollständige leinene Kindertunika mit vergleichbaren Ärmeln aus Halabiyeh datiert um 610 n. Chr. (PFISTER 1951, S. 7, Nr. 1).

Letzte Aktualisierung: 30.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)