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Runder Besatz mit Szene aus der Josefsgeschichte

Ident. Nr.: 4608

ObjID: obj:1586103

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 7./10. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Ägypten
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite: 20 x 20,5 cm

Objektbeschreibung

Bis auf eine größere Fehlstelle im oberen linken Teil ist der mittelgroße runde Besatz in recht gutem Zustand. Er besticht vor allem durch seine Farbintensität. Das zentrale Bildfeld ist von der üblichen dreiteiligen Randzone eingerahmt. Der Perlstab innen, die gereihten Knospen in der Mitte und die verzahnten Winkelmotive außen erscheinen jedoch stärker stilisiert als beispielsweise bei den großen Orbiculi mit zyklischer Darstellung auf der Tunika Inv. 9109 + 9110. Die Bildzone in der Mitte ist horizontal geteilt. Oben sind drei Figuren zu sehen. Die beiden äußeren sind gleich gestaltet und jeweils zum Rand ausgerichtet. Ihre Gewänder bestehen aus ineinander liegenden, gebogenen blauen und grünen Streifen. Beide Figuren haben dunkles Haar mit einigen hellen Strähnen. Die rechte Gestalt hält mit ihrer leicht vorgestreckten Hand einen gekrümmten Stab, die mittlere wendet sich nach links. Ihr Kopf war ursprünglich von einem hellblauen Nimbus umgeben, von dem noch Reste zu erkennen sind. In den leicht vorgestreckten Händen hält sie einen hellen, pokalartigen Gegenstand mit einem blauen Dekor in der Mitte.
Obschon die linke Bildhälfte zerstört ist, kann der Orbiculus den Josefswirkereien zugeordnet werden, denn die beiden rechten Figuren sind auf anderen Orbiculi, zum Beispiel aus Krefeld, Lyon, Paris und Wien, abgebildet. Dort schließt sich aber links eindeutig eine kniende Person an (Krefeld, Deutsches Textilmuseum Inv.00038). Zwischen dieser und der mittleren Gestalt befindet sich ein trapezförmiges Objekt, das als Josefs Gewand zu deuten ist. Hier ist also die Opferszene dargestellt. Auf dem Krefelder Besatz ist im Rücken der knienden Figur ein Tier zu sehen. Eigentlich müsste es der Bock aus der Opferszene sein, doch ähnelt es eher einem Vogel. Die Gestaltung der Szene auf dem Berliner Orbiculus entspricht offenbar nicht den genannten Vergleichsstücken. Nur die mittlere Gestalt, Josef, gehört zur Opferszene. Nach dem Zyklus müsste ihr rechts der Bruder folgen, der Josef zum Verkauf anbietet. Sein typisches Attribut ist ein senkrecht erhobener Stab, der bei der rechten Gestalt auf dem Berliner Orbiculus zumindest noch angedeutet ist. Insofern wäre die Erzählfolge hier stimmig. Die in Resten erhaltene linke Figur scheint eine spiegelbildliche Wiederholung der rechten Figur zu sein. Dadurch wird die Szenenabfolge durcheinander gebracht. Dem Wirker war offenbar die symmetrische Gestaltung wichtiger als der inhaltliche Zusammenhang der Geschichte. Was mit dem pokalartigen Gebilde in den Händen der mittleren Gestalt gemeint ist, bleibt unklar. Auf dem Orbiculus in Krefeld füllt eine liegende Figur das untere Bildfeld aus. Ob sie den träumenden Josef darstellen soll, ist fraglich, denn den Kopf Josefs umgibt selbst in stark abstrahierter Wiedergabe so gut wie immer ein Nimbus. Ohne einen solchen wird er nur in der Szene abgebildet, in der er mit dem Ismaeliter auf dem Rücken eines Reittiers sitzt, um nach Ägypten zu ziehen. Auch in weiteren Details weicht die Figur deutlich vom schlafenden Josef ab. Ihr merkwürdig verbogenes Bein spricht eher dafür, dass hier um 90° versetzt der Bruder abgebildet ist, der den Bock anstelle von Josef tötet.
Die untere Bildhälfte des Berliner Besatzes zeigt einen stark stilisierten Lebensbaum, dessen weit ausladende, rechtwinklig von einer dreieckigen Krone abzweigende Äste die Standlinie für die obere Figurengruppe bilden. Den Baum flankieren zwei Vögel, die ihm den Rücken zuwenden.

Cäcilia Fluck (2017)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Hohlmaß für Getreide und Flüssigkeiten

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Das kugelig bauchige Gefäß mit glatter Standfläche hat oben abgesetzt einen Rand. Die Gefäßöffnung ist nach innen leicht konisch verengt, so dass ein entsprechend zugeschnittener Deckel eingepasst werden konnte. Dieser Deckel fehlt, ist aber bei vergleichbaren Gefäßen vorhanden. Der Gefäßrand ist verziert: außen mit Dreiecken, innen abwechselnd mit Spitzovalen und Rauten. Im oberen Drittel des Gefäßes läuft ein mit Wellenlinien verziertes Band um das Gefäß herum. Auf der Gefäßschulter ist eine Inschrift eingemeißelt: ΕΛΕ(oυ) ΞECT(ων) NΔ (»54 xestai/sextarii Öl«).Das Gefäß gehört zu einer Gruppe von 9 weiteren sehr ähnlichen Exemplaren in den Museen von Afyon (6), Bursa (2) und Iznik (1), von denen eines aus Afyon und das aus Iznik (nur fragmentarisch erhalten) mit dem Berliner Gefäß weitgehend übereinstimmen.Die Inschrift weist darauf hin, welche Menge Öl das Gefäß fassen kann. Berücksichtigt man, dass das Öl bei Vollfüllung den Unterrand des fehlenden Deckels wohl nicht berührt haben dürfte, so lag das Volumen etwas unter dem dafür ermittelten Wert von 59,6 l. Diese Marmorgefäße standen wahrscheinlich in Kirchen, wo für verschiedene Zwecke reichliche Mengen Öl verwendet wurden. Die Angabe des Volumens erleichterte es dem Wirtschaftsverwalter der Einrichtung, dem oikonomos, beim Nachfüllen den Verbrauch zu kontrollieren.Die Marmorbrüche von Dokimaion bei Akroinon lagen seit der Besetzung dieses Gebietes durch die Seldschuken wenige Jahre nach der Schlacht von Mantzikert 1071 außerhalb des byzantinischen Herrschaftsgebietes. Die Gefäße werden deshalb aus der Zeit davor stammen.

Stirnseite eines Sarkophags

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Die nach über einem Jahrhundert erstmalige Freilegung der technischen Bearbeitungsspuren auf der Rückseite hat ergeben, dass das Relief ursprünglich die Schmalseite vom Kasten eines kleinasiatischen Säulensarkophages des 3. Jahrhunderts bildete. Sie wurde im frühen 5. Jahrhundert überarbeitet und offenbar in einem christlichen Grabkontext wieder verwendet: Aus der Mittelfigur, welche sich völlig darin genügt, den Sitz ihres über der Tunika getragenen Mantels (Pallium) zu ordnen und fest zu halten, schuf man einen jugendlichen und langlockigen Christus mit Kreuznimbus. Fragwürdig ist die bisher häufig vorgeschlagene Deutung der beiden seitlichen Begleiter als Apostel, deren Attribut zumeist eine Schriftrolle (Rotulus) oder ein gebundenes Buch (Codex) ist. Eindeutig aber hält der Begleiter rechts von Christus ein sogenanntes Diptychon: Zwei zusammengeklappte, auf den jetzt unsichtbaren Innenseiten mit Wachs beschichtete Schreibtafeln, deren Ränder ringsum gerahmt sind und die mit einem quer liegendem Band zusammengehalten werden. Es existiert kein Anzeichen, den Gegenstand des Begleiters auf der linken Seite anders zu ergänzen. Das Motiv des Festhaltens mit beiden empor gehaltenen Händen entspricht einem repräsentativen Vorweisen – beide Begleiter waren nicht nur des Lesens, sondern auch des Schreibens kundig. Für eine in der Forschung mehrmals erwogene Lehrszene fehlt die geringste Andeutung eines Gespräches durch Blick oder Geste. Jegliche Bewegtheit ist zeitloser Repräsentation untergeordnet. Die allerdings im Zeitstil überarbeiteten Köpfe der beiden Begleiter waren vermutlich als Porträts gedacht. Auf römischen Sarkophagen sind Verstorbene of mit einem Diptychon in den Händen porträtiert worden, so dass diese Deutung nicht auszuschließen ist. Die Verdopplung hinsichtlich der Tracht, des Attributes und des Motivs widerspricht nicht der belegbaren Tatsache, dass in einem Sarkophag auch mehrere Personen (z.B. Brüder) bestattet werden konnten.

Kapitell mit Füllhörnern auf den Ecken und Weinblättern aus dem Pantokratorkloster in Istanbul

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Die beiden Hauptseiten des Kapitells sind unterschiedlich ornamentiert. Eine Seite zeigt auf den Kanten gestielte Pinienzapfen, zwischen denen auf der Seitenmitte ein Weinblatt flach ausgebreitet ist, das beiderseits von schmalen, geschwungenen Blattwedeln gerahmt wird. Diese Motivkombination ist von Kapitellen des 6. Jahrhunderts übernommen (Inv. 4767), ergänzt um zwei kleine Vierblattrosetten. Auf der gegenüberliegenden Seite wachsen aus seitlichen Füllhörnern Ranken auf. Sie rahmen in großem Schwung ausgebreitete Weinblätter und Blattpalmetten und teilen, sich berührend und wieder auseinanderstrebend, die Fläche symmetrisch ornamental auf.Als Herkunft für das Kapitell nennt das Inventar die Pantokratorkirche in İstanbul. Dabei handelt es sich genauer um den Komplex dreier Kirchen des ehemaligen Pantokratorklosters in Konstantinopel, das unter Kaiser Ioannes Komnenos zwischen 1118 und 1136 errichtet worden war. Das Kapitell passt motivisch und stilistisch gut zu einem noch in situ in der Westwand der Vorhalle der Nordkirche verbauten Kapitell. Beide zeigen von Ranken mit Seitentrieben umschlossene Blätter mit wulstigen, palmettenartigen Blattlappen und einzelnen Bohrlöchern nahe der Außenkontur der Blätter. Das Kapitell in der Nordkirche sitzt seitlich eines Fensters, dessen Rahmen in es einschneidet. Die beiden Nebenseiten des Berliner Kapitells zeigen kein Relief. In die eine ist aber eine tiefe senkrechte Einlassung eingearbeitet, die wohl ebenfalls dem Anpassen eines Fensterrahmens diente. Sowohl das in situ befindliche als auch das Berliner Stück gehören der Entstehungszeit des Klosters an.

Apsismosaik aus der Kirche San Michele in Africisco zu Ravenna

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Seit seiner Abnahme (1844) hat das Mosaik tief greifende Veränderungen erlitten, wie ein Vergleich mit dem Aquarell von Enrico Pari von 1842/43 zeigt. Apsis, Stirnwand und Zwickel sind durch Gemmenborten geschieden. In der Apsis steht vor einem Goldgrund der jugendliche Christus in einer Paradieseslandschaft. In der erhobenen Rechten hält er ein großes Kreuz als Zeichen seiner siegreich überwundenen Passion. Das Haupt umgibt ein goldener Kreuznimbus. Er ist mit einer langärmeligen Untertunika, einer mit goldenen Clavi besetzten Obertunika und einem Mantel bekleidet. Die verhüllte Linke präsentiert ein geöffnetes Buch mit lateinischen Textstellen: »Wer mich sieht, sieht auch den Vater« (Johannes 14,9) und »Ich und der Vater sind eins« (Johannes 10,30). Die ihn flankierenden Erzengel Michael und Gabriel halten goldene Zeremonienstäbe und weisen auf Christus hin. Im Zenit des Apsisbogens erscheint in einer Aureole das Christuslamm. Die Apsislaibung schmückt ein schmaler Rankenfries, der beiderseits von (ursprünglich) sechs flatternden Tauben, Sinnbildern der zwölf Apostel, bevölkert wird. Auf der Stirnwand thront Christus als himmlischer Herrscher, die Linke auf das Evangelienbuch gestützt, zwischen zwei Erzengeln mit Zeremonienstäben. Beiderseits erscheinen die sieben posaunenden Engel der Offenbarung des Johannes, vor denen sich das gläserne, mit Feuer vermengte Meer ausbreitet. Auf den seitlichen Zwickeln waren die Ärzteheiligen Kosimas und Damianos dargestellt. Durch die beiden dem Johannesevangelium entlehnten Schriftstellen bezeugt Christus seine vollkommene Gottheit – gleichviel, ob er als jugendlicher Triumphator, als Lamm oder als Weltenrichter dargestellt ist.