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Borte mit Darstellung der Taufe Christi

Ident. Nr.: 6849

ObjID: obj:1586133

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 7./10. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Ägypten
Abmessungen
Höhe x Breite: 11 x 29 cm

Objektbeschreibung

Die Borte diente ursprünglich als Schmuck für einen Tunikaärmel. An der oberen Kante ist noch ein Rest des Grundgewebes aus gelblicher Wolle mit dunkelblauen Streifen erhalten. In den schmalen Randzonen der Borte verlaufen skizzenhaft ausgeführte, helle Blattranken auf rotem Grund. Die Szene im horizontal ausgerichteten, ebenfalls rotgrundigen Bildfeld ist achsensymmetrisch angeordnet: Auf jeder Seite sind vier Personen in bunten Gewändern mit vorgestreckten Armen zu sehen. Ihren Blick orientieren sie zur Bildmitte. Diese Stelle ist beschädigt, kann aber mit Hilfe von Vergleichsstücken in Antwerpen (Inv. 1405), Brüssel, Chicago und Riggisberg rekonstruiert werden. Auf der Berliner Borte sind im Zentrum noch Kopf und Oberkörper mit seitlich ausgestreckten Armen einer kleinen, nackten Gestalt zu erkennen. Über ihr schwebt ein vogelartiges Gebilde. Die kleine Gestalt, die Person zu ihrer Linken und die zweite Person von rechts tragen einen Kreuznimbus, alle anderen einen einfachen Glorienschein.
Dargestellt ist hier die Taufe Christi in Gegenwart seiner Apostel nach Mt 3, 13-17 und Mk 1, 9-11 oder 3, 21-22. Der Heilige Geist in Gestalt einer Taube schwebt über Jesus, der im Jordan steht. Das Wasser des Flusses wird durch blaue Farbe angedeutet. Bei der Person links neben dem Täufling dürfte es sich um Johannes handeln, welcher die Taufe vollzieht. Befremdlich ist die Tatsache, dass außer dem Täufling, also Christus, zwei weitere Figuren mit einem Kreuznimbus versehen sind, der gewöhnlich ausschließlich Christus vorbehalten ist. Wahrscheinlich hat der Wirker hier Motive aus verschiedenen Vorlagen aufgegriffen, so dass diese Unstimmigkeit wohl keinen tieferen Sinn hat.

Literatur: C. Fluck, Ein buntes Kleid für Josef. Biblische Geschichten auf ägyptischen Wirkereien aus dem Museum für Byzantinische Kunst, Berlin, Berlin 2008, S. 48-49, Nr. 19.

Cäcilia Fluck (2008)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM