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Die Eltern

Ident. Nr.: SZ Kollwitz 14

ObjID: obj:1586498

Details (Expert)

Datierung
Herstellung: 1920
Geografische Bezüge
Berlin,
Stadt
Provenienz
Kauf: Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung (1817-1938),
bis 1928
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 47,5 x 62,0 cm

Objektbeschreibung

Vorzeichnung zur gleichnamigen, im selben Jahr geschaffenen Lithographie [#nicht am Kupferstichkabinett], die wie die "Mütter" [#vgl. Ident.-Nr. 42-1920] und "Gefallen" [# vgl. Ident. Nr. 407-1923] für eine geplante, aber nicht zu Ende geführte Folge "Krieg" vorgesehen war. Der später an deren Stelle getretene Holzschnitt-Zyklus [gleichen Namens] greift das Elternmotiv nochmals in etwas abgewandelter Form auf. Gegenüber dem ersten Entwurf  [...] vermittelt das um den Sohn trauernde und sich aneinander aufrichtende Elternpaar ein Bild blockhafter, skulpturaler Geschlossenheit. Die vorausgehende Skizze läßt den Zusammenhalt der Gruppe noch vermissen, indem der rechte Arm der Frau schlaff herabhängt und den Boden berührt. Auch die Lithographie bleibt durch die veränderte Kopfhaltung des Mannes (dort im Profil) hinter der Unmittelbarkeit unserer Zeichnung zurück und wirkt trocken. Die eng mit der Biographie der Künstlerin verwobene Darstellung der trauernden Eltern überschneidet sich mit dem Vorhaben eines Gefallenendenkmals. Bestimmt für ihren Sohn und dessen Freunde, beschäftigte es die Künstlerin seit Ende 1914. In der bekannten letzten Fassung der zwei knienden Elternfiguren vollendete sie das Mahnmal erst nach 17jähriger Arbeit (1932 wurde es auf dem Soldatenfriedhof Roggevelde-Essen, bei Dixmuiden, Belgien, aufgestellt).

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 132, Kat.-Nr. 159)

Letzte Aktualisierung: 26.01.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)