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Schäferpaar

Ident. Nr.: KdZ 1200

ObjID: obj:1589010

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Jacob Jordaens (1593-1678),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1640
Abmessungen
Blattmaß: 30,0 x 44,2 cm
Erwerbung
1880 von H. Tinson, London, angekauft

Objektbeschreibung

Schäferszenen in Literatur und Malerei waren seit dem 16. Jahrhundert außerordentlich beliebt. Das fröhliche Beisammensein der Hirten in freier Natur bot dem Städter ein erträumtes Gegenbild zu den Zwängen seines Lebens. Hier ist das idyllische Bild eines Schäfers wiedergegeben, der sich von seiner Gefährtin Milch einschenken läßt. Erst auf den zweiten Blick erschließen sich die recht drastischen sexuellen Anspielungen. Das Tier, auf das der Hirte sich stützt, kommentierte Karel van Mander 1604: »Die Ziege, ebenso wie der zugehörige Satyr, bedeutet Unkeuschheit. Die Ziege ist wie eine Hure: Frißt jene in schänderischer Absicht die jungen Sprossen ab, so verdirbt diese die jungen Männer.« Der Schäfer schaut verträumt und arglos zu dem älteren Milchmädchen, deren Lächeln einen lasziven Anflug hat, und deren Blick wissend scheint. Das Wort »Melken« konnte in übertragenem Sinn auch »Jemanden Anlocken« meinen, und das Ziel ihres Werbens wird durch das Loch des Kruges überdeutlich symbolisiert. Das Thema also könnte heißen: Der Unschuldige wird verführt.
Jacob Jordaens zählt neben Rubens und van Dyck zu den großen flämischen Malern des Barock. Neben biblischen und mythologischen Darstellungen schuf er auch Genrebilder. Das zeichnerische Werk, meist farbig ausgeführte Kompositionsentwürfe, ist sehr umfangreich. Die Berliner Schäferszene entstand wohl nicht als eine Vorstudie, sondern als ein selbständiges Kunstwerk.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 203f., Kat. IV.49 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 09.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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