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"Les habits sont italiens" (Die italienische Schauspielertruppe)

Ident. Nr.: KdZ 26480

ObjID: obj:1589176

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Jean Antoine Watteau (1684-1721),
Zeichner*in
Unbekannt,
Papierherstellung
Datierung
Herstellung: um 1715
Abmessungen
Blattmaß: 27,1 x 19,3 cm

Objektbeschreibung

Fünf Schauspieler und Schauspielerinnen -vielleicht auch nur Freunde des Künstlers, die sich als solche verkleidet haben - sind vor einen Vorhang getreten, wie um sich vom Publikum zu verabschieden: Pierrot, die Lieblingsfigur Watteaus, Colombine, die Komplizin Harlekins, Harlekine, ein Gitarrist sowie eine bisher namenlose Figur. Nicht alle dargestellten Typen entstammen - anders, als es der Titel vermuten läßt - der italienischen Commedia dell' arte. Die Szene spielt im Freien, denn im Hintergrund sind Bäume sowie die halb zwischen ihnen versteckte Herme eines Satyrs zu sehen. Gleich in mehrerer Hinsicht stellt dieses von Watteau nach einem eigenen Gemälde kopierte Blatt eine große Seltenheit dar. Die Vorderseite ist die Originalvorlage für eine der wenigen eigenhändigen Radierungen des Künstlers und in dieser Funktion ein Unikum. Von der Radierung, die das Motiv gegensinnig zeigt, wurden bisher nur drei Abzüge nachgewiesen. An dem am Original zurückgebliebenen Griffelspuren läßt sich erkennen, daß Watteau die Zeichnung durchgepaust hat, um sie auf die Kupferplatte zu übertragen. Seine Radierung ist später von Charles Simonneau (1645-1728) mit dem Grabstichel überarbeitet worden und im zweiten Band des nach seinem Tod 1734-38 herausgegebenen »Recueil Jullienne« erschienen. Unsere Zeichnung bildete auch die Vorlage für François Boucher, der sie ein zweites Mal für dasselbe Werk radierte. Das Watteau-Blatt hält auf seiner Rückseite eine weitere Besonderheit bereit: einen eigenhändig korrigierten Abklatsch von der Radierung »Recrue allant joindre le régiment« (Rekruten auf dem Weg zu ihrem Regiment). Zu dieser Graphik bewahrt das Kupferstichkabinett die Studie für einen Soldaten (KdZ 1771, Kat. Watteau 1984, Nr. 33). Da die Radierung später von dem Stecher Henri-Simon Thomassin d.J. (1687-1741) mit dem Grabstichel vollendet wurde, waren die Rötelkorrekturen Watteaus wohl als Anleitung für den Stecher gemeint.

Sigrid Achenbach in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 319, Kat. VI.16 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 17.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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