Logo

Strand bei Ebbe mit Kühen und zwei Pferden

Ident. Nr.: KdZ 5491

ObjID: obj:1590215

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Simon de Vlieger (um 1600-1653),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1640
Abmessungen
Blattmaß: 24,7 x 49,8 cm
Erwerbung
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

De Vliegers Stil bildet ein wichtiges Bindeglied zwischen den zum Teil radikal vereinfachten Darstellungen des gleichalten Jan van Goyen und den wohlbalancierten Kompositionen Jüngerer, wie Willem van de Velde d.J. oder Jan van de Cappelle. Letzterer besaß bei seinem Tode über tausend Zeichnungen de Vliegers.
Bekannter für seine Marinebilder und Strandszenen hat Simon de Vliegher auch eine kleine Anzahl von Darstellungen des Binnenlandes gemalt. Unter seinen heute bekannten Zeichnungen überwiegen dagegen neben Strandmotiven – oft Studien nach einzelnen Figuren, von denen auch Berlin einige bewahrt – ausgearbeitete Darstellungen von Waldlandschaften. Charakteristisch für seine Auffassung ist der weite Blickwinkel, den auch unser Blatt aufweist. Die große Zeichnung besticht durch den breiten Raum, der den wenigen Motiven gewidmet ist und die unauffällige Art mit der die Gruppe der ruhig stehenden Tiere die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 227, Kat. IV.81 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)