Füllbrett einer Wand oder eines Schreins mit "Seelenvogel" im Kranz
Ident. Nr.: 3606
ObjID: obj:1608047
Kontakt
Einrichtung:
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
E-Mail:
sbm@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Datierung
- verbale Datierung: 6./7. Jahrhundert
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Akazienholz
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 26,5 x 26 x 2 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1608047
Objektbeschreibung
Ein Blattkranz nimmt nahezu die gesamte Fläche des fast quadratischen Bretts ein, in dessen Ecken Palmetten als Füllmotive sitzen. Der Kranz umschließt einen Adler mit erhobenen Schwingen. Er bewegt sich nach rechts, wendet seinen Kopf aber zurück. Um den Hals trägt er eine Bulla, eine Amulettkapsel zum Schutz gegen böse Mächte, die einen Zaubertext oder Heilkräuter enthalten konnte. Im Zusammenhang mit dem Totenkult hat der Adler die Bedeutung eines „Seelenvogels“. Nach altägyptischer Vorstellung wurde ein Aspekt des Seelischen, der so genannte Ba, u. a. als Vogel dargestellt. Er sollte das Grab aufsuchen, um den Leichnam wiederzubeleben. Eine ähnliche Bedeutung hat der Seelenvogel im christlichen Kontext, denn er gilt als Symbol für die Auferstehung und die Errettung der Seele des Toten. Dementsprechend begegnet er auf vielen Grabmonumenten, wo er oft von Siegeskränzen begleitet wird. Ursprünglich auf die römische Triumphalkunst zurückgehend, versinnbildlichen jene den Sieg über den Tod.
Das Holzrelief war sehr wahrscheinlich als Füllbrett in einen Schrein eingelassen. Ähnliche Adlerdarstellungen kommen in Verbindung mit anderen Motiven wie Flechtbändern und belebten Ranken z. B. auf einer Schreinwand vor, die ebenfalls im Museum für Byzantinische Kunst aufbewahrt wird.
Letzte Aktualisierung: 06.02.2026
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Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
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sbm@smb.spk-berlin.de