Logo

Amulett in Form eines Udat-Auges

Ident. Nr.: ÄM 21944/01

ObjID: obj:1608149

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Weitere Titel
Sammlungstitel: Amulett in Form eines Udat-Auges
Übersetzung: Eye of Horus amulet, (from the same archaeological context: a necklace)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Fayence (Material), blau; bemalt
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 4,4 x 6,3 x 1 cm

Objektbeschreibung

Das Udjat-Auge ist das linke Auge des falkenköpfigen Gottes Horus, Sohn des Osiris, das beim Kampf mit seinem Onkel Seth um die Herrschaft über Ägypten verletzt und vom Weisheitsgott Thot wieder geheilt wurde. Es wurde dadurch zum Symbol der Heilung und von Lebenden und Verstorbenen als Schutzamulett vor Krankheit und Gefahren getragen. Die Form und die Braue entsprechen dem menschlichen Auge, die senkrechte Linie und die Spirale gehören zum Falkenauge. Das Udjat-Auge ist nicht nur Schutzamulett, sondern auch das Sinnbild des Mondes. Das Verletzen des Auges entspricht dem Abnehmen des Mondes, sein Zunehmen stellt die Heilung dar. Das unverletzte rechte Auge des Horus ist das Symbol der Sonne, daher umfasst das Augenpaar das Licht des Tages und der Nacht.
Die einzelnen Elemente des Udjat-Auges wurden mit Bruchzahlen von ½ bis 1/64 gleichgesetzt. Wenn alle Bruchzahlen zusammengezählt werden, fehlt 1/64-Teil zur vollen Zahl. Dieses hat Thot beim Zusammenfügen unterschlagen.
(O. Zorn)

Letzte Aktualisierung: 21.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Deckel des anthropomorphen Sargs des Chaa/Chai-Hor

Deckel des anthropomorphen Sargs des Chaa/Chai-Hor

Im Jahr 1908 wurde der anthropomorphe Holzsarg des zweiten Priesters der Neith Chai-Hor aus Kom Ombo, Sohn von Nechet-Hor-heb und Cha-bas, zusammen mit der darin befindlichen Mumienhülle aus Kartonage und der Mumie nach Berlin gebracht. Ursprünglich gehörte zu dem Ensemble noch ein äußerer Sandsteinsarkophag.Der Holzsarg des Chai-Hor wurde schwarz grundiert und polychrom dekoriert. Der proportional sehr große Kopfteil des bauchigen Holzsarg, dessen Vorderteil mit dem Gesicht und einem Teil der Perücke extra ausgearbeitet und an den Deckel befestigt wurde, hat eine fast quadratische Form. Das breite Gesicht des Sargdeckels ist umrahmt von einer schwarzen Perücke, deren einzelnen Haarsträhnen durch Längs- und Querstriche in gelber Farbe gekennzeichnet werden. Die Innenzeichnungen zeigen deutlich, dass es sich hier um eine gestufte Perücke handelt, die sich in der Ptolemäerzeit großer Beliebtheit erfreute. Unterhalb des schmalen Blütenhalskragens lässt sich eine Darstellung eines geflügelten Skarabäus mit einer Sonnenscheibe zwischen den Vorderbeinen erkennen, gefolgt von der knienden Himmelsgöttin Nut mit ausgestreckten Flügeln. In den darunter befindlichen drei Registern sieht man die Darstellungen der verschiedenen Gottheiten vor den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Osiris: Im oberen Register die erste Erscheinungsform des Osiris. Sie wird von Isis und Nephthys angebetet, die jeweils von zwei Horussöhnen flankiert werden. Im mittleren Register folgt die Darstellung von Horus und Thot vor einem Djed-Pfeiler mit dem Kopf des Osiris. Im unteren der drei Register sind Isis und Nephthys in Gestalt der geflügelten Göttinnen noch einmal abgebildet, die mit ihren ausgebreiteten Flügeln den mumienförmigen Osiris beschützen. Den Abschluss der Dekoration des Sargdeckels bilden die Darstellungen weiterer mumienförmiger Gottheiten, Anubis und Upuaut in Gestalt zwei sich gegenüberstehenden, auf Schreinen liegenden Schakalen im Fußbereich, sowie auf der Vorderseite der Basis die Szene des von Maat zu den vier mumiengestaltigen Gottheiten geführten Verstorbenen. Des Weiteren begrenzen Inschriftenbänder die Dekoration des Sargdeckels seitlich. Sie sind auch auf den Seiten der Sargwanne vorhanden.(I. Liao)