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Kasten eines Sarkophags

Ident. Nr.: 4

ObjID: obj:1608323

Details (Expert)

Datierung
8. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Istrischer Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 69 x 223 x 94 cm
Gewicht: 1426 kg (Gestell: 108 kg; ges. 1534 kg)
Erwerbung
1841 aus der Sammlung Pajaro in Venedig erworben.

Objektbeschreibung

Der Sarkophag ist an allen vier Seiten dekoriert; der Deckel fehlt. Die Vorderseite wird oben und seitlich von einer Leiste mit stilisierter Ranke eingerahmt und zeigt in der Mitte ein lateinisches Kreuz mit paarig angeordneten Eckvoluten. Von den vier seitlichen Voluten hängt jeweils eine herzförmige Weintraube herab. Zu beiden Seiten des Kreuzes stehen Pfauen mit einem Kreuz über der Schulter und picken an den Trauben. Die Komposition folgt dem uralten Motiv des von Tieren oder Vögeln flankierten Lebensbaums, wobei hier das Kreuz Christi und der Weinstock zu einer unlösbaren Einheit verschmolzen sind. Die Pfauen, die schon in der frühchristlichen Grabeskunst den Ort der paradiesischen Erquickung symbolisierten, stehen gleichnishaft für die Seelen der Verstorbenen, die durch Christus zum ewigen Leben empor geführt werden. Im linken oberen Zwickel erscheint eine achtblättrige Rosette in einem Kreis, im rechten oberen Zwickel eine Wirbelrosette, beide ebenfalls uralte Zeichen des Lebens. Die figürliche Komposition der Front und die ornamentalen Sinnbilder der drei übrigen Seiten fügen sich stimmig in die Vorstellungswelt des (langobardischen?) Sarkophaginhabers, der seiner Auferstehungshoffnung in einfachen Chiffren sinnfälligen Ausdruck verlieh.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)