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Pfeilerkapitell

Ident. Nr.: 4467

ObjID: obj:1610450

Details (Expert)

Datierung
3./4. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Ägypten,
Land/Region
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42,6 x 107 x 45,3 cm
Gewicht: 290 kg

Objektbeschreibung

Das rechteckige Pilasterkapitell ist an einer Langseite und zwei Schmalseiten reliefiert; mit der Rückseite saß es also entweder gegen eine Wand oder vor einer Mauerzunge. Der Aufbau leitet sich von dem eines korinthischen Kapitells her: Über dem bandartigen Halsring sitzen gegeneinander versetzt zwei Reihen von Akanthusblättern mit überfallenden Spitzen. Zwischen den Blättern der oberen Zone wachsen Hüllkelche auf, die aus einem zum Dreieck stilisierten Stängel, einem als horizontales Band gebildeten Knauf und den sich zu beiden Seiten hin auffächernden Hüllblättern bestehen. Anders aber als beim korinthischen Kapitell wachsen aus diesen Hüllkelchen keine Voluten – nur die Blattenden sind etwas eingerollt – stattdessen schließt unmittelbar die glatte Zone der Deckplatte (Abakus) mit dem halbrund ausbuchtenden Abakusknauf das Kapitell ab.
Die Blätter sind auffällig präzise und scharfkantig geschnitten, einzelne Formen stilisiert. Teils bilden flache, von Ritzlinien begrenzte Streifen, teils spitze Kehlen die Blattrippen. Langgezogene geschwungene Zwischenräume zwischen den Blattlappen tragen durch ihre Verschattung ebenso zu einer kräftigen Helldunkelwirkung bei wie die zackigen Zwischenräume zwischen den Blättern der oberen Reihe und den Hüllkelchen.
Reste eines auf dem Kopf stehenden altägyptischen Reliefs auf der Rückseite – deutlich zu erkennen der mit einem Perlengehänge geschmückte Hals und Oberkörper eines Mannes, der beide Arme zu einer Seite ausstreckt – zeigen, dass ein älterer Werkstein als Material wieder verwendet wurde.
Die Angabe der Herkunft des Kapitells aus Aschmunein stammt von Josef Strzygowski, der das Stück 1902 in Ägypten erworben hat.
(Gabriele Mietke, 1996)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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