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Grabstele mit Palmen, Girlande, Palmwedeln und Inschrift

Ident. Nr.: 4727

ObjID: obj:1610754

Details (Expert)

Datierung
5. Jahrhundert
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 38,5 x 28,5 x 9 cm
Gewicht: 15 kg (gewogen)

Objektbeschreibung

Diese Grabstele erinnert in ihrem äußeren Aufbau an Grabaltäre der spätägyptischen Zeit, die aus Stein gearbeitet wurden. Lichthäuschen aus gebranntem Ton (vgl. Inv. 9427) sind aus hellenistisch-römischer Zeit bekannt und dürften die Formgebung dieses Stelentypus beeinflusst haben. Sie wurden als Grabbeigaben oder im Grabkult verwendet. Vergleichbare Grabstelen mit Lichtnischen aus christlicher Zeit werden im Koptischen Museum zu Kairo aufbewahrt.
Die Kalksteinnische mit Lichtnische ist als Naos gestaltet und mit einem glatt gearbeiteten Rahmen umgeben. Im oberen Bereich ist eine Hohlkehle ausgearbeitet und im eingerahmten Innenfeld eine dreieckige Lichtnische eingeschnitten. Links und rechts dieser Nische sind jeweils ein Palmzweig eingeritzt und ein Palmstamm mit Zweigen im Hochrelief ausgeführt. Die geritzten Palmzweige, aber auch die Palmstämme beugen sich zur Spitze der Lichtnische. Am oberen Querbalken der Rahmung ist eine Girlande bogenförmig befestigt. In die Hohlkehle, auf dem Querbalken und in die Nische der bogenförmigen Girlande ist eine Inschrift in koptischer Sprache eingeritzt, die sich nicht mehr vollständig entziffern lässt. Jedoch sind die koptischen Buchstaben deutlich zu erkennen. Innerhalb des Girlandenbogens ist der Name »Martha« zu lesen. Dieser Name lässt die Vermutung zu, dass die Grabstele mit Lichtnische für eine Christin bestimmt war.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)