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Weiblicher sitzender Akt, von links

Ident. Nr.: SZ Corinth 46

ObjID: obj:1615229

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Lovis Corinth (1858 - 1925),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1916
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Material / Technik
Pinsel in Schwarz, Papier
Abmessungen
Blattmaß: 48,0 x 29,8 cm
Erwerbung
1935 erworben von Eduard Freiherr von der Heydt (im Tausch für ein Gemälde von Laszlo Moholy-Nagy) für die Sammlung der Zeichnungen an der Nationalgalerie, 1992 überwiesen an das Kupferstichkabinett

Objektbeschreibung

Eduard Freiherr von der Heydt (1882 – 1964) schenkte diese
Aktzeichnung Corinths im Oktober 1935 der Nationalgalerie.
Im Gegenzug erhielt er das seit 1930 im Besitz der
Freunde der Nationalgalerie befindliche Gemälde „Komposition
Q XX“ von Laszlo Moholy-Nagy. Zwei weitere
Zeichnungen Corinths, die im Inventar der Freunde der
Nationalgalerie eingetragen waren, gingen bei dieser Gelegenheit
gleichfalls als Schenkungen von der Heydts an die
Sammlung. Der aus Elberfeld stammende von der Heydt
ist wegen seiner Verstrickungen in den Nationalsozialismus
eine umstrittene Figur. 1958 schenkte er das Gemälde
Moholy-Nagys dem Von der Heydt-Museum Wuppertal.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)