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Apokalypse

Ident. Nr.: Cim 1

ObjID: obj:1615369

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
Herstellung: um 1468/69
Weitere Titel
Sammlungstitel: Apokalypse
Reichenauer Evangelistar
Abmessungen
Höhe x Breite: 28 x 20,1 cm (25,5 x 19,5 cm)

Objektbeschreibung

Dem Bilderzyklus zur Apokalypse, der üblichen biblischen Anordnung der Visionen folgend und durch eingeschobene Szenen aus der Antichrist-Vita bereichert, sind Szenen aus dem Leben des Evangelisten Johannes (nach der Legenda aurea) voran-und nachgestellt. Damit steht die Blockbuch-Apokalypse in der Tradition illuminierter Handschriften, der sie auch im Bildrepertoire folgt. Vor allem zu einer Gruppe anglo-normannischer Bilderhandschriften des 13. Jahrhunderts lassen sich enge Beziehungen aufzeigen, die sowohl das Bildprogramm betreffen, wie auch ikonographische Gemeinsamkeiten erkennen lassen. Als Vermittler für die Wiederbelebung des Illustrationszyklus nach älteren Handschriften kann das Wellcome-Manuskript in London (vgl. Ident. Nr. Cim 2) gelten, das um 1450 vermutlich im ostmitteldeutschen Raum entstand; nach der Schriftart der eingeschobenen Übersetzungen ist auch unsere Ausgabe V diesem Gebiet zuzuordnen. Für die Kenntnis von Handschriften sprechen ebenso die in die Holzschnittbilder integrierten Texte, die hauptsächlich - wenngleich verkürzt - aus der Vulgata und dem Berengaudus-Kommentar stammen.
Im Vergleich mit den Holzschnitten der ältesten Ausgabe niederländischer Herkunft, zeugen die Bilder des Berliner Exemplars stilistisch von gewisser Selbständigkeit, so daß sie eher von einem deutschen Künstler neu geschnitten wurden. Die Verbindung von lateinischem Text und deutscher Übersetzung läßt sich wohl daraus erklären, daß so das Verständnis erleichtert und eine breitere Käuferschicht erreicht wurde. Die Apokalypse zählte zu den meistgelesenen Büchern der Bibel. Ihre Prophezeihungen und endzeitlichen Visionen besaßen in ihrer Dramatik und religiösen Symbolik eine gewaltige Anziehungskraft für die Menschen des Mittelalters, die durch immer wiederkehrende Voraussagen vom Erscheinen des Antichrist und vom »Ende aller Tage« aufgerufen waren, das Böse zu bekämpfen, um beim Jüngsten Gericht zu bestehen und das ewige Leben in Seligkeit zu gewinnen.

Text: Frauke Steenbock in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 69f., Kat. II.1 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 31.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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