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Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch für die Sängerin des Amun Re Ta-remetsch-en-Bastet

Ident. Nr.: P 3058/II

ObjID: obj:1616781

Details (Expert)

Beteiligte
Nils Gustav Palin (1765–1842),
Sammler*in
Datierung
Frühe Ptolemäerzeit (Ptolemäerzeit -> Griechisch–Römische Zeit -> Ägypten)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch für die Sängerin des Amun Re Ta-remetsch-en-Bastet
Übersetzung: Hieratic papyrus with the Book of the Dead for the singer of Amun-Re Ta-remetj-en-Bastet
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 35,5 x 117,5 cm

Objektbeschreibung

Dies ist ein über vier Meter langer Totenbuch-Papyrus. Er gehört zu einer Frau namens Ta-remetsch-en-Bastet und datiert in die Ptolemäerzeit des Alten Ägypten. Die Papyrusrolle wurde bereits 1859 in Paris für das Berliner Museum angekauft. Das Totenbuch ist eine Sammlung von Totentexten in Form von Sprüchen und mit Vignetten illustriert. Die Sprüche sollten der Verstorbenen helfen, ihren Weg in der Unterwelt mit ihren Dämonen und Göttern zu finden. Das Totenbuch ist ab dem Neuen Reich (etwa 1500 v. Chr.) bezeugt und seine Tradition setzt sich bis in die römische Zeit fort. In der kompletten Version hat es über 200 Kapitel. Zumeist konzentriert sich der Text jedoch auf die wichtigsten Sprüche. Insgesamt beinhaltet dieser Totenbuch-Papyrus mehr als 50 Sprüche (und Vignetten), die in sorgfältig komponierten Kolumnen in hieratischer Schrift niedergeschrieben sind. In keinem Totenbuch fehlt das Kapitel 125, das negative Sündenbekenntnis, in dem bestätigt wird, dass der Verstorbene keine Sünde begangen hat. Die entsprechende farbige Vignette illustriert das Totengericht. Die Verstorbene wird zur Waage begleitet. Hier wird ihr Herz (in Form eines Topfes) mit all ihren Taten gegen die Göttin Maat (mit einer Feder auf dem Kopf) symbolisch gewogen. Wenn sie gemäß der Maat – der Weltordnung und dem Prinzip der Gerechtigkeit – gelebt hat, ist sie „wahr an Stimme“ oder gerechtfertigt und kann in die Unterwelt eintreten. Besteht sie diese Probe nicht, wird sie der große „Fresser“, ein Monster mit den Elementen eines Krokodils, Löwen und Nilpferdes, fressen und somit den zweiten Tod sterben. Osiris sitzt in dieser Szene als der „Herr der Unterwelt“ auf einem Thron und erwartet die Verstorbene in der „Halle der Vollständigen Wahrheit“. Die ganze Szene wird von zwei Götterreihen mit je 21 Göttern überwacht, die als Totenrichter fungieren und auf dem Kopf ebenso die Maat-Feder tragen. Der Gott Thot (mit einem Ibis-Kopf) protokolliert das ganze Gerichtsverfahren.
V. Lepper

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper