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Die Passion Christi - Schaustellung Christi (Ecce Homo)

Ident. Nr.: 572-1

ObjID: obj:1618452

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Martin Schongauer (1440/45 - 1491),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: vor 1476
Material / Technik
Kupferstich
Abmessungen
Bildmaß: Einfassungslinie 16,1 x 11,2 cm
Plattenrand: 16,6 x 11,7 cm
Blattmaß: 18,1 x 13,2 cm

Objektbeschreibung

Martin Schongauers Kupferstichfolge zur Passion Christi umfasst insgesamt zwölf Szenen vom „Gebet am Ölberg“ bis zur „Auferstehung Christi“. Wie in einem Passionsspiel erscheinen außer den Hauptpersonen auch stets die gleichen Nebenfiguren. Sie wahren den Erzählzusammenhang von Blatt zu Blatt. Das gilt auch für die stets ähnlichen Hunde, die in drei Episoden erscheinen. Sie werden immer aggressiver. Wirkt der Hund des Hohepriesters in der „Vorführung vor Hannas“ noch recht unbeteiligt, so attackiert das Tier in der „Handwaschung des Pilatus“ bereits neugierig und angriffslustig den zotteligen Schoßhund des Statthalters, der seinerseits bereits achtsam und schlagbereit eine Pfote erhebt (Detail-Abb. 49). Und im „Ecce Homo“ fletscht ein fieser Straßenköter gar die Zähne unter der Palasttreppe, vor der das geifernde Volk die Kreuzigung Christi fordert. Besonders deutlich verweist dieser Hund auf eine alttestamentliche, typologische Parallele zu den Ereignissen. In den Psalmen (Ps 22,17–18) heißt es: „Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. Ich kann alle meine Knochen zählen; sie aber schauen zu und sehen auf mich herab.“

Text: Michael Roth in: Wir kommen auf den Hund. Werke aus fünf Jahrhunderten von Dürer bis Dieter Roth. Eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Lydia Rosía Dorn, Berlin/Petersberg 2015, S. 102.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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