Logo

Ansicht von Trient

Ident. Nr.: SZ Fohr 10

ObjID: obj:1618850

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Carl Philipp Fohr (1795 - 1818),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1815
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 29,5 x 42,4 cm unregelmäßig

Objektbeschreibung

Von München aus, wo er sein Studium an der Akademie seit dem Sommer 1815 fortsetzte, unternahm der neunzehnjährige Fohr im September und Oktober dieses Jahres eine Fußreise, die ihn nach Tirol und weiter nach Oberitalien bis Venedig führte - über Salzburg kehrte er zurück. »Von den 70. Aufnahmen, die ich mir sammelte« (Brief an Dieffenbach vom 28. Oktober 1815), und die insgesamt von dieser wichtigen Phase in seiner kurzen künstlerischen Entfaltung zeugen, gehört das vorliegende Blatt zu den bedeutendsten. Ganz in Umrissen erfaßt er die großen Formen der Berge und Wolken, aber auch die Details von Häusern und Türmen im Mittelgrund, denen er sich am intensivsten widmet. Die zarte, sparsam und flächen haft eingesetzte Aquarellierung verdeutlicht ein Streben nach Vereinfachung. Fast erscheint die Ausführung unvollendet, doch wird ihm die zeichnerische und koloristische Abkürzung zum Mittel geformter Klarheit.

Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 377f., Nr. VII.25 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)