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Die Heimsuchung

Ident. Nr.: 465-1901,9

ObjID: obj:1618919

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Maurice Denis (1870 - 1943),
Zeichner*in
Ausführung: Ambroise Vollard (3.7.1866),
Verleger*in
Datierung
Herstellung: 1896
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Heimsuchung
La Visitation à la Villa Montrouge
Abmessungen
Blattmaß: 36,5 x 31,2 cm

Objektbeschreibung

Erschienen im Album des Peintres-Graveurs, hg. von der Galerie Vollard, 1896 (Auflage 100 Exemplare).
Mit den Malern Paul Serusier, Pierre Bonnard, Henri-Gabriel Ibels, Paul Ranson und Xer-Xavier Roussel begründete Denis 1888 in Paris die sich auf Paul Gauguin [Online-Katalog] berufende Künstlergruppe der »Nabis« (von Nebiim, hebr. [Propheten]). Dieser schlossen sich später Edouard Vuillard sowie die ausländischen Künstler Rippl-Ronai, Jan Verkade, Meyer de Haan und Felix Vallotton (Online-Katalog] an. Auch Bildhauer, Musiker und Theaterleute standen dem Kreis nahe. Denis gilt als dessen theoretischer Kopf. Sein 1890 formuliertes, noch heute berühmtes Credo der Gruppe: »Ein Bild ist, ehe es ein Schlachtgaul, ein weiblicher Akt oder irgendeine Anekdote wird, in erster Linie eine in bestimmter Art mit Farben bedeckte Fläche.« (zit. nach A. Humbert: Die Nabis und ihre Epoche, 1888-1900, Dresden 1967, S.91) machte Geschichte, indem es der Kunst den Weg in reine Abstraktion wies. Denis war ein leidenschaftlicher Katholik mit ausgeprägten philosophischen und metaphysischen Neigungen. Das religiöse Anliegen seiner Kunst und ein gewisser Hang zur Mystik trennten ihn von den bodenständigeren Mitgliedern der Nabis-Gruppe Bonnard, Vuillard und Vallotton. Zarte, melodische Kompositionen in der Art von »Die Heimsuchung an der Villa Montrouge« brachten ihm unter den Freunden den Beinamen »Nabi der schönen Ikonen« ein. In der Villa Montrouge im Pariser Bezirk Saint-Germain-en-Laye hatte Denis sein erstes Atelier. Dorthin, in den eigenen Lebensbereich, verlegt er den im Lukasevangelium überlieferten Besuch der Maria bei ihrer älteren Verwandten Elisabeth und bringt uns durch den Ort, die gedämpften Farben und die von leicht bewegten Linien umschlossenen großflächigen Formen das Thema nahe. Denis, der schon 1889 zu Lithographieren begann, war besonders erfolgreich als Buchillustrator. Durch sein Interesse an den Ideen des Symbolismus und die rege Beteiligung an kunsttheoretischen Auseinandersetzungen hatte er viele Kontakte zu Dichtern und Schriftstellern wie Verlaine, Maeterlinck oder Gide. Für einige von ihnen hat er Titelblätter und Illustrationen entworfen. Den Höhepunkt seiner Graphik erreichte er mit der zwischen 1892 und 1899 geschaffenen lithographischen Folge »Amour«.

Text: Sigrid Achenbach, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 420, Nr. VII.70 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 06.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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