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Kalvarienberg

Ident. Nr.: 218-1

ObjID: obj:1618998

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Meister mit dem Keulenwappen ((um) 1460),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: um 1450-1460
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 17,5 x 11,5 cm

Objektbeschreibung

Als eine Sonderform des Hochdruckes entstand um 1450 der Metallschnitt. Anders als beim verwandten Holzschnitt wird das graphische Erscheinungsbild bei dieser Technik nicht so sehr von den reinen Umrißlinien der erhabenen Stege definiert, sondern vorrangig von der stehengelassenen Fläche der Metallplatte, aus der zuvor die Linien, die auf dem Papier weiß erscheinen, mit Messern herausgeschnitten wurden. Üblich war der Gebrauch von verschiedenartigen Punzen, die in das weiche Metall gestanzt wurden. Wegen der an Schrotkörner erinnernden Punktierung auf vielen Blättern nennt man diese Arbeiten auch Schrotblätter.
Die Kalvarienbergdarstellung, von der ein zweites Exemplar in Washington vorhanden ist, gehört zu den beeindruckendsten Erzeugnissen dieser Gattung. Die Figuren erscheinen vor einem tapetenartigen Muster. Durch das aufgetragene Blattgold tritt der Nimbus des Gekreuzigten auf dem dunklen Fond besonders deutlich hervor. Treffend sind die verzweifelten Handgebärden der trauernden Anhänger Christi geschildert. Die vom Rücken her gesehene Trauernde rechts erinnert in ihrer Plastizität an oberrheinische Malerei aus dem Umkreis des um 1440 in Basel tätigen Konrad Witz. Ganz unten hat der Metallschneider, dem die Kunstgeschichte hiernach den Notnamen Meister mit dem Keulenwappen verliehen hat, sein Zeichen angebracht.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 94, Kat. III.5 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)