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Bildnis Ferdinand Olivier

Ident. Nr.: SZ J.Schnorr 118

ObjID: obj:1620390

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Julius Schnorr von Carolsfeld (1794 - 1872),
Zeichner*in
Ferdinand Olivier (1785 - 1841),
Dargestellt
Datierung
Herstellung: 1817
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 26,3 x 20,2 cm

Objektbeschreibung

Der junge Schnorr war 1811 als Schüler Heinrich Fügers an die Wiener Akademie gekommen. Jenseits der konservativen akademischen Ausbildung unter dem Primat des Klassizismus, geriet er dort in den Kreis junger romantischer Künstler, zu dem auch die Brüder Ferdinand und Friedrich Olivier gehörten und in deren Familienkreis in einem Palais am Carolyschen Garten in der Vorstadt Wieden Schnorr aufgenommen wurde. Vor allem Ferdinand wirkte auf die künstlerischen und religiösen Anschauungen Schnorrs ein. Eine bleibende Freundschaft hatte sich entwikkelt. Als Schnorr Ende 1817 nach Italien abreiste, entstand zwei Tage zuvor dieses Porträt, wohl eindeutig ein Souvenir der Freundschaft. Manche Porträts der Wiener Freunde begleiteten ihn nach Italien. Ebenso wie in den feinlinigen Landschaftszeichnungen der Wiener Jahre zeigt sich auch in der empfindsamen Porträtkunst, die später im »Römischen Porträtbuch«
gipfeln sollte, Schnorrs frühe Meisterschaft. Sie macht ihn in dieser seiner Frühzeit zum bedeutendsten Zeichner des nazarenischen Zweiges der deutschen Romantik.

Text: Gottfried Riemann in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 371f., Kat. VII.18 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 06.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Zwei mehrwöchige Salzburger Aufenthalte wurden für Ferdinand Olivier in den Jahren 1815 und 1817 zum künstlerischen Schlüsselerlebnis. Wie auch die anderen deutschen Maler seines Wiener Umkreises, die in diesen Jahren die Landschaft des Salzkammergutes entdeckten, fand er hier zu seiner gültigen Landschaftsauffassung. In zahlreichen, zum Teil erst nach seiner Rückkehr in Wien ausgeführten Blättern verbindet er die Motive der Stadt und der Bergwelt zu kunstvollen Kompositionen, Höhepunkte seiner Zeichenkunst.Schon beim ersten Aufenthalt faszinierte ihn der Petersfriedhof, häufiges Motiv bei der romantischen Entdeckung Salzburgs. Er stellte ihn mehrfach in ganz verschiedenen Jahr 1816 datiert eine Bleistiftzeichnung von seiner Hand (Kupferstichkabinett, Dresden; Ludwig Grote: Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik, Berlin 1938, Abb. 136), die er mit geringen Unterschieden zweimal wiederholt: durch eine Bleistift- und Rötelzeichnung (Staatliche Galerie, Dessau) und die vorliegende Federzeichnung. Sie wird als unmittelbare Vorarbeit für die Lithographie des Sonnabend-Blattes der Folge »Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden, geordnet nach sieben Tagen der Woche« gedient haben (vgl. Grote 1938, Abb. 137). Die Resonanz, die seine Zeichnungen von Salzburg und Folge von Lithographien in Wien auszuführen. Sie erschien 1823. Die Ansicht zeigt den Petersfriedhof mit dem Blick auf die frühbarocke Arkaden-Reihe und die sich darüber erhebende Nagelfluh-Wand zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit der Maximin- und Gertrauden-Kapelle sowie den frühchristlichen Katakomben. Rechts erhebt sich die spätgotische Margarethen-Kapelle. Der Friedhof mit seinen Gräbern und Kreuzen, die Kapellen, schließlich der Begräbniszug im Hintergrund entlang der Arkaden: das alles sind neben der Freude am Motiv auch Aufforderungen des romantischen Künstlers, der Vergänglichkeit des Menschen stets gegenwärtig zu sein.Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 369, Nr. VII.15 (mit weiterer Literatur)