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Der Tanz der Maria Magdalena

Ident. Nr.: 618-13

ObjID: obj:1620519

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Lucas van Leyden (1494-1533),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: 1519
Material / Technik
Kupferstich
Abmessungen
Plattenrand: 28,8 x 39,5 cm

Objektbeschreibung

Einer der größten Stiche im Werk des Lucas van Leyden zeigt Begebenheiten aus dem Leben Maria Magdalenas, die vor ihrer Bekehrung durch Christus ein sündiges, allein den weltlichen Vergnügungen hingegebenes Leben führte. Die Geschichte wurde auch in spätmittelalterlichen Passionsspielen aufgeführt. Zu den Klängen von Trommel und Flöte tanzt Magdalena gemessenen Schrittes an der Seite ihres Begleiters, beide in kostbare höfische Gewänder gekleidet; auf dem sonnendurchfluteten Feld weiter hinten sieht man sie zur Jagd ausreiten. Ihre Erhebung in den Himmel weist bereits auf das Leben Magdalenas als Einsiedlerin in der Wüste nach ihrer Bekehrung hin. Besonders reizvoll ist die Wiedergabe verschiedenartiger Physiognomien; wie eine Karikatur wirkt der schweinsnasige, laubbekränzte Mann rechts inmitten der Paare. Thema ist hier nicht allein die biblische Geschichte. Die Darstellung enthielt zugleich eine moralisch-didaktische Aussage: Sie sollte den Betrachter vor einem unkeuschen, ausschweifenden Lebenswandel warnen, den der Narr, von links wie auf eine Bühne tretend, kommentiert.
Der graphische Stil von Lucas hatte sich seit seinen Anfängen um 1507 gefestigt. Mit regelmäßigen Parallel- und Kreuzschraffuren werden nun die Übergänge von hellen zu dunklen Partien modelliert.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 175, Kat. IV.10 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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