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Beweinung Christi

Ident. Nr.: KdZ 5240

ObjID: obj:1623213

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Unbekannt,
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um die Mitte des 16. Jh.
Abmessungen
Blattmaß: 20,0 x 25,4 cm

Objektbeschreibung

Dargestellt sind die vier unter dem Kreuz Christi trauernden Marien. Die zusammengebrochene Gottesmutter wird von den Frauen aus Galiläa, darunter Maria Magdalena und Maria Salome, getröstet. Maria Magdalena legt die rechte Hand der Gottesmutter an ihre Wange und streichelt deren Arm. Im Hintergrund ist eine karge Landschaft angedeutet. Der von Rissen durchzogene Erdboden weist auf das sich zur Todesstunde ereignende Erdbeben. Hinter der etwas abseits im Trauergestus sitzenden Maria mit Kopftuch-Bedeckung erhebt sich ein zweiter Kreuzesstamm. Ikonographisch orientiert sich die Szene an Beweinungsdarstellungen, die mit der Abnahme des Leichnams Christi vom Kreuz in Verbindung stehen. An die Stelle des toten von seiner Mutter gehaltenen Sohnes tritt auf unserer Zeichnung in genau entsprechender Anordnung und Haltung die von ihren Begleiterinnen umsorgte Großmutter.
Neben der verhaltenen Expressivität von Gesichtern und Gesten fallen die feine Durchbildung der Haare, Tücher und Gewänder, die sorgfältige Lichtgestaltung und die Plastizität der Formen auf. Letzteres wird besonders deutlich an der Gottesmutter, deren Körper sich unter dem Stoff ihres Gewandes abzeichnet. Hinter der Fältelung, Musterung und Verzierung der einzelnen Gewänder steht ein stark ausgeprägtes Gefühl für Stofflichkeit.
Die Qualität unseres Blattes und der es insgesamt auszeichnende ungewöhnliche Realismus verraten nicht nur eine Künstlerpersönlichkeit von außerordentlichem Rang, sondern zeigen darüber hinaus deutlich niederländische Einflüsse.

Text: Sigrid Achenbach in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 341–342, Kat. VI.44 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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