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Pyxis (Dose) mit Rankengeflecht

Ident. Nr.: 2977

ObjID: obj:1624098

Details (Expert)

Datierung
7./8. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Syrien
Material / Technik
Elfenbein, Metall
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 10,5 x 8,8 cm
Gewicht: 405,05 g
Erwerbung
1905 von J. Böhler, München, gekauft

Objektbeschreibung

Über einem schmucklosen Standring erhebt sich die zylinderförmige, unten leicht, oben stärker eingezogene Elfenbeinpyxis.Die Oberfläche der Pyxis wird ganz von dem flachen Relief eines sich gleichmäßig in der Fläche ausbreitenden Weinrankengeflechts überzogen. Es wird unten durch einen Perlstab, oben durch einen Fries aus Dreiecken begrenzt. Über die Pyxis ist ein Deckel gestülpt, bestehend aus einer runden, mit konzentrischen Kreisen versehenen Elfenbeinscheibe in einer breiten Metallfassung, die über den Rand der Pyxis übergreift.
Das Motiv hat frühbyzantinische Vorbilder. Doch entstand das luxuriöse Gefäß erst unter islamischer Herrschaft, wohl im Umkreis der omayyadischen Hauptstadt Damaskus. Das im Vergleich mit verwandten Pyxiden auffällige Fehlen figürlicher oder christlicher Motive spricht für einen muslimischen Auftraggeber.

Letzte Aktualisierung: 15.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.