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Carceri d´invenzione: Das große Rad

Ident. Nr.: 13,9-59

ObjID: obj:1631698

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Giovanni Battista Piranesi (1720-1778),
Inventor*in
Datierung
Herstellung: ca. 1761
Geografische Bezüge
Rom,
Stadt
Material / Technik
Radierung
Abmessungen
Blattmaß: 69,8 x 53,6 cm
Plattenrand: 55,9 x 40,7 cm

Objektbeschreibung

Die auch aus heutiger Sicht überraschend modern anmutende Serie der Kerkerdarstellungen ist sicherlich Piranesis berühmteste Bilderfolge. Die Ausführung dieser Blätter, bei der der Künstler offenbar die gesamte Bandbreite der Radiertechnik austestete, ist von besonderer Kühnheit und Spontaneität, die in kaum einem anderen Werk dieser Zeit zu finden ist. Auf dem Titelblatt der Bilderfolge werden die Carceri als kapriziöse Erfindungen beschrieben. Die architektonischen Strukturen sind von Überresten antiker Bauwerken inspiriert und wohl eher von Bühnenarchitekturen als von wirklichen Gefängnisbauten abgeleitet. Ihre enorme, ja übermächtige und erdrückende Größe wird unterstrichen durch einen niedrigen Betrachterstandpunkt und winzige menschliche Staffagefiguren. Dennoch: Architektonische Irritation und Unmöglichkeit verweisen über das virtuose graphische Spiel der Linien und Flächen, der Räume und Perspektiven hinaus auf reale Schrecken des Kerkers, auf Folter und Qual.

(DK 2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)