Logo

Bacchanales (Satyrspiele) erste Tafel: Relief mit einer Nymphe und zwei Satyrn

Ident. Nr.: 946-57

ObjID: obj:1631841

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Honoré Fragonard (1732 - 1806),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: 1763
Material / Technik
Radierung
Abmessungen
Blattmaß: 15,6 x 21,9 cm
Plattenrand: 14,7 x 21,1 cm

Objektbeschreibung

Fragonard gehört zu den wichtigsten Künstlern des französischen Rokoko. Bekannt ist er vor allem für seine Gemälde von galanten Szenen heiterer Lebensfreude. Seine vier Bilder der Bacchanales zählen zweifellos zu den exquisitesten Radierungen des 18. Jahrhunderts. Der Künstler hat sie wahrscheinlich nach Skizzen ausgeführt, die er in Italien nach antiken Reliefs in Herkulaneum gezeichnet hat. Der Anteil von Erfindung und Phantasie ist hier jedoch beträchtlich. Eine überbordende Natur bildet den Rahmen für spielerische Szenen von Satyrn und Nymphen auf antikisierend anmutenden Reliefs. Die antiken Motive der echten archäologischen Fundstücke waren für den Künstler allenfalls eine Inspiration zu eigener Erfindung. Besonders bemerkenswert ist die virtuose Leichtigkeit mit der der Künstler die Radiernadel wie einen Zeichenstift führt.

(DK 2012)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Der große Liebesgarten

Der große Liebesgarten

Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)