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Entre-Fenêtre

Ident. Nr.: W-1966,60

ObjID: obj:1632642

Details (Expert)

Datierung
1710 - 1720
Abmessungen
Höhe x Breite: 219 x 52 cm

Objektbeschreibung

Stilisierte Palmetten- und Muschelformen, Früchte, Blüten und Blattranken in axialsymmetrischer Anordnung bilden den flächendeckenden Dekor dieser hohen Seidenbahn. Eine Goldborte rahmt sie ringsherum und im oberen und untern Drittel wird sie von horizontalen Goldbändern unterteilt. Raffiniert wird meisterhafte Goldstickerei in Spreng-Technik mit farbig lasierender Seidenstickerei auf cremefarbener Seide kombiniert. Das aufgelockerte Ornament ist typisch für den Stil der Régence, der Regierungszeit Herzog Philipps von Orléans, (reg. 1715-1723) als man nach dem Tod des Sonnenkönigs Ludwig XIV. mit der schweren Formensprache des Barock brach und sich das verspielte Rokoko den Weg bahnte.
Wahrscheinlich schmückte das Stickereipaneel den schmalen Wandbereich zwischen zwei Spiegeln oder Fenstern eines Pariser Adelspalais. Die Kostbarkeit der Materialien und die höchst qualitätvolle Ausführung der Stickerei lassen auf einen fürstlichen Auftraggeber schließen.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa