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Kuppelreliquiar aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 15

ObjID: obj:1632643

Details (Expert)

Datierung
Ende 12. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Ausgabe: Köln
Entstehungsort stilistisch: Köln
Abmessungen
Objektmaß: 45,3 x 41 x 41 cm

Objektbeschreibung

Die Gestalt des Kuppelreliquiars erinnert an eine Kreuzkuppelkirche. Das vielgestaltige Ornament, das die Oberfläche der Architektur überzieht, wendet gleichsam den Innendekor eines Kirchengebäudes nach außen. Die Reliefs an den Stirnseiten der Kreuzarme zeigen die Heilige Familie, die Reise der Heiligen Drei Könige, die Kreuzigung Christi sowie die Frauen am Grabe. Unter den übrigen Arkaden befinden sich Propheten, die Texte ihrer Weissagungen halten. Als Vertreter des Alten Bundes weisen sie auf die zu Seiten Christi am Tambour thronenden Apostel als Zeugen des Neuen Bundes voraus. Die Inschrift an der Tambourbasis enthält den Beginn des Bekenntnisses Petri (Mt 16,13-16): VENIT (AVTEM) IHC IN PARTES C(A)ESARE(A)E PHILIPPI ET INTERROGAVIT DISCIPVLOS SVOS DICENS + (Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger). Der Text setzt sich in den Schriftbändern Christi und der Apostel fort (Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!). Die Abfolge des Textes zeigt, dass die Position der Apostel nicht mehr der originalen Anordnung entspricht.
1482 befand sich die Kopfreliquie des hl. Gregor von Nazianz im Kuppelreliquiar. Das Fehlen entsprechender bildlicher oder inschriftlicher Hinweise und weitere Gründe haben jüngst zu der Annahme geführt, dass das Werk ebenso wie sein Schwesterstück im Londoner Victoria and Albert Museum ursprünglich nicht als Reliquiar, sondern als Tabernakel für die Aufbewahrung der Hostie dienen sollte. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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