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Lucifer auf der Schaukel

Ident. Nr.: SZ Altenbourg 5

ObjID: obj:1633202

Details (Expert)

Beteiligte
Gerhard Altenbourg (1926-1989)
Datierung
Herstellung: 1965
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 48,6 x 66,8 cm

Objektbeschreibung

Altenbourg hat wie kein anderer Künstler Ostdeutschlands das Zeichnen als meditative Ausdrucksform betrieben. Eingeschlossen in das ästhetische und geistige Refugium seines Atelierhauses und der Landschaft in und um Altenburg hat er ein umfangreiches, überwiegend zeichnerisches Werk geschaffen. Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre entdeckte der junge Gerhard Ströch (d.i. Altenbourg) während seines Studiums in Weimar die klassische Moderne, die hier mit wichtigen Vertretern gewirkt hatte. Mit Blick auf Klee, Feininger, Schlemmer, vor allem Wols und den Belgier Henri Michaux entstanden Zeichnungen, die sich in ihrer Struktur immer weiter verfeinerten und die unverwechselbare Handschrift Altenbourgs trugen. Dem ersten Eindruck nach zählt "Lucifer auf der Schaukel" im Œuvre des Zeichners eher zu den Ausnahmen als zu den typischen Blättern, die durch ein akribisches Verweben kleinteiliger Formen und leuchtender Farbigkeit gekennzeichnet sind. Die großen dunklen Formen sind wie die Linien gestuell mit dem Pinsel oder der Kreide aufgetragen, unterliegen also mehr einem spontanen Gestus alseiner streng sukzessiv gebauten Komposition. Die Titel Altenbourgs sind, in Anlehnung an Klee, poetische Umschreibungen des Gegenstandes. Obwohl Altenbourgs Zeichnungen nicht abbildhaft agieren, sind sie ebensowenig im Ungegenständlichen angesiedelt. Auch wenn ein Blatt wie "Lucifer auf der Schaukel" ungegenständlich erscheinen mag, ist es gegenständlich gesehen. Die große halbkreisförmige Form läßt sich durchaus als Schaukel interpretieren und die in sie hineingelegte Figur als diabolische Gestalt.

Text: Eugen Blume in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 479f., Kat. VIII.46 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 31.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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