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"Schneiderwerkstatt"

Ident. Nr.: SZ Leibl 2

ObjID: obj:1636036

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Wilhelm Leibl (1844 - 1900),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1890
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Material / Technik
Schwarze Kreide auf Papier
Abmessungen
Blattmaß: 61,8 x 50,3 cm

Objektbeschreibung

Das Motiv unserer Zeichnung entstammt ganz dem vertrauten Lebensumkreis Leibls im ländlichen Oberbayern. Schon wie er zuvor in den Dörfern der Umgebung mit Vorliebe bäuerliche Typen dargestellt hatte, so stehen diese auch in den Aiblinger Jahren (1881–92) im Mittelpunkt seines Interesses. Das Interieur, in dem die Figuren ruhig zu sitzen pflegen, ist zumeist das seines Atelierhauses, wo sie ihm Modell saßen und wo er sie nicht selten auch fotografierte. Er arbeitete offensichtlich sowohl nach dem lebenden als auch nach dem fotografierten Modell. Unser Blatt steht in engem Zusammenhang mit einer kleineren Zeichnung »Bauernstube mit altem Bauern und zwei Mädchen« (Wallraf-Richartz-Museum Köln) und war wohl – ebenso wie diese – als Vorarbeit zu einem nicht zustande gekommenen Gemälde gedacht. Der sitzende Mann tritt in veränderter Haltung auch in dem Gemälde »Der Zeitungsleser« von 1891 auf (Folkwang-Museum Essen). Mit seinen nicht sehr zahlreichen, meist großformatigen Zeichnungen beabsichtigte Leibl eine autonome Wirkung auch dann, wenn sie unvollendet erscheinen. Es kommt ihm auf etwas an, dem gegenüber er das Übrige nur andeutet: das statuarische Verhalten der Figuren im Räume und die wohl abgewogenen Wirkungen von Licht und Schatten.

Text: Gottfried Riemann in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 409, Kat. VII.60

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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