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Blick in Raum 3 der Dauerausstellung der Antikensammlung im Alten Museum (Obergeschoß): Leben und Tod in Rom

Ident. Nr.: RA_AM_OG_R 3

ObjID: obj:1637210

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
Aufnahme: 2010
Material / Technik
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Objektbeschreibung

In der Kaiserzeit entwickelte sich in Rom und Italien auf der Grundlage mittelitalischetruskischer Traditionen und beeinflusst von der hellenistisch geprägten Kultur des östlichen Mittelmeergebietes eine eigene und vielgestaltige Sepulkralkultur. Bis zum Beginn des 2. Jhs. n. Chr. haben die Römer ihre Verstorbenen zumeist verbrannt. Die Urnen wurden in Grabkammern beigesetzt, deren äußere architektonische Gestalt je nach sozialem Status und Vermögen sehr unterschiedlich ausfallen konnte. Grabbauten reihten sich entlang der Ausfallstraßen Roms und der Städte des Imperiums. Inschriften, figürliche Reliefs und Bauschmuck entsprachen gesellschaftlichen Konventionen und dienten der Selbstdarstellung des Einzelnen und seiner Familie. Um 120 n. Chr. ging die römische Oberschicht dazu über, ihre Verstorbenen in Steinsarkophagen beizusetzen. Die Themen der figürlichen Reliefs waren dem öffentlichen oder privaten Leben der Römer entnommen, sehr häufig aber auch dem griechischen Mythos. Im Osten des Reiches wurden häufig lokale Formen des Grabmales und der Bestattungsform
beibehalten, wie Totenmahlreliefs und runde Grabaltäre. Altägyptischem Bestattungsbrauch verdanken wir die römischen Mumienbildnisse aus der Oase Fayum – eindrucksvolle Zeugnisse der weitgehend verlorenen antiken Porträtmalerei.

Columbarien:
Im kaiserzeitlichen Rom dominierte bis ins 2. Jh. n. Chr. die Brandbestattung – vor allem bei den höheren sozialen Schichten. Die Ascheurnen wurden künstlerisch gestaltet. Alabastergefäße nach Vorbild aus dem ägyptischen Alexandria waren besonders wertvoll. Mit Reliefs verzierte Marmorkästen dienten dagegen vorwiegend Angehörigen der Mittelschicht und freigelassenen Sklaven als Graburnen. Geschmückt waren sie häufig mit Girlanden und Blattranken, die seit hellenistischer Zeit eine sakrale Bedeutung besaßen. Die frühesten Urnen waren einfache Tontöpfe (Ollae), die in einer Wandnische im unterirdischen Grabgewölbe eingemauert wurden. Die Marmorurnen blieben dagegen sichtbar und vor ihnen vollzog man auch Totenopfer. Die Grabanlagen waren zunächst einfache, später aber im Innenraum aufwendig mit Stuck und Malerei dekorierte „Columbarien“ (Taubenhäuser). Sie wurden von reichen Familien, Berufsverbänden oder Personengruppen errichtet und gepflegt. Im Gegensatz zu den schlichten und schnell vergessenen Gräbern unterer Schichten war in diesen kollektiv angelegten und unterhaltenen Bauten eine bleibende Erinnerung und Pflege des Grabplatzes möglich. Von Rom aus verbreiteten sich die Sitte der Brandbestattung und die damit verbundenen Urnenformen und Columbarien in Nordafrika sowie in den westlichen und nördlichen Provinzen des Römischen Reiches, wo sie an einheimisches Brauchtum anknüpften.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Antikensammlung