Logo

Briefständer No. 2556

Ident. Nr.: 2011,102

ObjID: obj:1696638

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Christopher Dresser (04.07.1834–24.11.1904),
Designer*in
Herstellung: Hukin & Heath Ldt. (gegr. 1855),
Hersteller*in
Datierung
1881
1881
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Birmingham
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 13 x 15,5 x 10,5 cm

Objektbeschreibung

Christopher Dresser gehört zu den bedeutenden Kunstgewerbereformern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und gilt als erster unabhängiger Produktdesigner. Dresser wollte mit formschönen und erschwinglichen Gebrauchsgütern den Alltag bereichern. Doch er unterschied sich von seinen Zeitgenossen, da er bewusst auf industriell zu fertigenden Design setzte.
Für den Toastständer schaffte Dresser eine neue, ornamentlose Form, deren ihre grafisch geometrische Wirkung auf der Betonung der Konstruktion beruht. Stangen, Kugeln und eine gebogenen Bodenplatte sind die Grundelemente, die additiv zusammengesetzt sind. Bei der Variante des Ständers No. 2555 können bis auf das erhöhte mittlere Gestänge, die anderen geklappt werden. Seine Metallarbeiten zeigen deutlich, dass Dresser sie unter Berücksichtigung der maschinellen Fertigungsmöglichkeiten entworfen hat. Er wollte hochwertige Produkte preisgünstig herstellen und reduzierte unter diesem Blickwinkel die Formen soweit, dass diese ohne Probleme maschinell produziert werden konnten. STh

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa