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Schemen

Ident. Nr.: NG 28/11

ObjID: obj:1701791

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinz Trökes (1913 - 1997),
Künstler*in
Datierung
1977
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schemen
Übersetzung: Shadows
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 74,5 x 59,5 cm
Erwerbung
2011 Schenkung aus Nachlass Dietrich und Gisela Spangenberg, Berlin

Objektbeschreibung

Trökes’ malerisches Œuvre aus den 1970er-Jahren ist deutlich geprägt von Erdfarben, die zwischen Grau, Braun und Grün changieren und wie aquarelliert verfließen. Im Gemälde „Schemen“ verstärkt der verwässerte Farbauftrag die vage Erscheinung der Gestalten, der Häuser und Pflanzen, auch der Horizont verschwimmt, sodass keine Unterscheidung von Vorder- und Hintergrund möglich ist. Wie in morgendlichem Nebel scheinen einzelne Bildelemente auf. Die hier entwickelte Maltechnik wird Trökes bis zu seinem Tod 1997 in West-Berlin beibehalten. In „Schemen“ kommen die Entwicklungsschritte aller wesentlichen Werksphasen zusammen: die Abwendung von der surrealistischen Motivik in den 1940er-Jahren mit dem Übergang zur abstrahierten Ornamentik, die Betonung der Fläche und Negierung von Räumlichkeit sowie die Auslassung einer deutlich zu bestimmenden Horizontlinie. An die Stelle der grellen, hellen Farben der späten 1960er-Jahre treten in den 1970er-Jahren erneut dunkle Töne – Grün, Blau, Braun, Rot und Orangegelb dominieren die Farbpalette in dieser Zeit. Gleichzeitig  bricht der Künstler mit der harten Konturierung seiner Formen und lässt diese zunehmend in verschwommenen Farbflächen versinken. | Dorothea Schöne

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz